Als die Tortenschmeißerin der Thüringer Linken, Susanne Hennig-Wellsow, in einem Interview nach dem Steuerhöchstsatz gefragt worden ist, stotterte sie sich durch ihre Wissenslücken wie vordem Robert Habeck durch die Pendlerpauschale. Und der Spott war ihnen gewiss.
Gestern nun erwischte es Olaf Scholz, SPD, Finanzminister und Kanzlerkandidat seiner Partei, auf dem falschen Fuß. In der Show ›Die richtigen Fragen‹ fragte ihn ›Bild‹-Vize Paul Ronzheimer nach dem aktuellen Benzinpreis in Deutschland. Anders als seine Konkurrenz von den Grünen, versuchte Scholz ehrlich zu bleiben.
»Ich gehe selbst nicht tanken«, gestand Scholz. »Ich darf nämlich«, erläuterte er, »in Wahrheit gar nicht – oder ich darf schon, aber ich richte mich an die Empfehlung, aus Sicherheitsgründen, nicht selbst mein Auto zu fahren. Und das ist auch eines, was ich nur schwer bewegen könnte, weil es auch ganz besonders schwer ist.«
Der Interviewer bliebt mit dem Instinkt eines Pitbulls hart. Kennen Sie die derzeitigen Spritpreise ?
»Ich weiß nicht immer ganz konkret, wo die Benzinpreise sind, weil ich ja eben nicht jeden Tag darauf gucke«, wandt sich der Minister. Und man hätte ihm das, schon wegen der offenkundigen, geradezu hilflosen Ehrlichkeit, durchgehen lassen. Bis Scholz, der Sozialdemokrat ergänzte:
»Und ich hab ja auch ein ganz ordentliches Einkommen, deshalb gehöre ich ja nicht zu den Leuten, die jetzt immer auf den letzten...« - Räusper. Stotter – »die also ganz genau bei jedem Preis hingucken. Da könnte ich ihnen auch nicht viele Preise konkret sagen«.
Es stimmt ja: Wer gut verdient schaut nicht unbedingt auf die Preise. Ich mache das auch nicht, wenn die Aufträge da sind und die Rechnung bezahlt ist. Allerdings erhöhe ich auch nicht die Steuern, damit andere weniger von dem Geld, das sie erarbeitet haben, ausgeben können und daher wissen, wie hoch die aktuellen Benzinpreise sind.


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