Olaf Scholz hat seine Bereitschaft erklärt, als Vorsitzender der SPD zu kandidieren. Bisher hatte er eine Kandidatur abgelehnt.
Endlich, werden viele Sozialdemokraten sagen. Endlich einer, den man ernst nehmen kann. Olaf Scholz war Hamburger Bürgermeister und hatte die SPD aus einem tiefen Tal zur absoluten Mehrheit geführt. Jetzt ist er Finanzminister und verspricht der Retter zu werden.
Ursprünglich hatte er eine Kandidatur zum Vorsitz noch weit von sich gewiesen. SPD-Vorsitzender und gleichzeitig Finanzminister und Vizekanzler sagt er laut FAZ noch am 2.Juni - das sei nicht vereinbar. Jetzt, Mitte August, geht es offenbar doch. Was AKK kann kann Scholz allemal, darf man vermuten. Die CDU-Chefin hatte ursprünglich gleichfalls erklärt, Minister und Vorsitz zusammen wäre nicht machbar.
Ist die Entscheidung von Scholz ein gutes Signal? - Das kommt drauf an. Jedenfalls deutet sich an, dass in der SPD die Einsicht wächst, dass es bei 12 Prozent langsam ernst wird. Für eine Groko reicht es schon lange nicht mehr. Bald reicht es womöglich nicht einmal mehr, um ins Parlament einzuziehen.
Mit Scholz ginge eine Richtungsentscheidung einher. Denn er gilt als Unterstützer der Groko. Dem linken Flügel der SPD dürfte die Kandidatur daher nicht passen.
Was aber schlimmer ist für die Sozialdemokraten: Es ginge mit Scholz wahrscheinlich so weiter. Also auch weiter nach unten.


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