Apartheid etwas gelockert

Saudi Arabien_ Frauen dürfen ins Ausland fahren

Das islamische Apartheidsregime in Saudi Arabien wurde etwas gelockert. Frauen dürfen in Zukunft ins Ausland fahren. Bisher brauchten sie die Erlaubnis eines Mannes.

Das islamische Apartheidsregime in Saudi Arabien, das Frauen als Menschen zweiter Klasse hält, wurde etwas gelockert. Frauen dürfen in Zukunft auch ohne Erlaubnis ins Ausland fahren. Bisher brauchten sie eine Bescheinigung ihres Mannes, eines Bruders oder des Vaters.

Wie die Jerusalem Post berichtet, wurden die strikten islamischen Regeln, die das Leben der Frauen in Saudi Arabien bestimmen, etwas gelockert. Diese Lockerungen sind Teil einer Reform der konservativen Strukturen. Mittlerweile dürfen Frauen Auto fahren, was ihnen bis vor kurzem noch verboten war.

Praktisch bedeutet die Neuregelung, dass Frauen einen Reisepass erhalten - ein Recht, für das schon Bürger aus sozialistischen Staaten jahrzehntelang kämpfen mussten.

Zugleich dürfen Frauen zum ersten Mal Geburt, Heirat oder Scheidung von Kindern registrieren lassen. Ferner können sie Vormund minderjähriger Kinder sein. Man sieht: Saudi Arabien ist dabei, die Diskriminierung von Frauen zu mindern.

Aber nur ein bisschen: Nach wie vor, müssen Frauen einen Mann um Erlaubnis fragen, wenn sie heiraten oder allein leben wollen.

Diese Gesellschaftsordnung verdient ohne wenn und aber die Bezeichnung Apartheid. Doch seltsam. Genannt wird das islamische Land so eher selten. Es gibt auch keine Boykottaufrufe gegen das Scheichtum. Weder von Liberalen noch von Menschenrechtlern, die bei anderen Ländern so streng sind. Und man darf überlegen: Liegt das am Öl, am Islam oder daran, dass es um Frauen geht.

Sven von Storch

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