Umfrageergebnisse lagen völlig daneben:

Sachsen-Anhalt_ Umfrage-Institute verlieren dramatisch!

Nach der ersten Hochrechnung kann man sagen: Die großen Verlierer des Abends sind im Vergleich zu den letzten Umfragen FDP, SPD und die Grünen.

Freie Welt

Seit Tagen wurde ein Kopf-an-Kopf-Rennen bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt vorausgesagt – und nun das. Die CDU gewinnt mit ihrem amtierenden Ministerpräsidenten Reiner deutlich Stimmen und Wahl.

Nach der Ersten Hochrechnung hat die CDU gegenüber den Wahlen im März 2016 deutliche 6,2 Prozentpunkte gewonnen und liegt bei 36 Prozent. Grüne und FDP sehen mit Zuwächsen von 1,4 und 1,6 Prozent ebenfalls aus wie Gewinner und kommen nun jeweils auf 6,6 bzw. 6,5 Prozent. Die AfD verliert dagegen 1,6 Prozent; auch die SPD verliert – allerdings auf einem deutlichen niedrigeren Niveau. Die AfD liegt nunmehr bei 22,7 Prozent und die SPD rutscht mit 8,3 Prozent wohl in die Einstelligkeit. Der große Verlierer ist die Linke, die von 16,3 auf 10,8 einbricht.

So weit, so gut.

Indes, so wie Umfragen mittlerweile als Wahlergebnisse in den Köpfen der Wähler herumspuken, ist ein Vergleich mit dem Durchschnitt der letzten Umfragen und nicht mit den letzten Wahlen der korrekte Vergleich. Und nun zeigt sich:

Für drei Parteien ist die Wahl ein Desaster. Doch eins nach dem anderen.

Der Gewinner bleiben, verglichen mit den Umfragen, die Christdemokraten. Die Linke findet nunmehr sogar einen Trost. Sie lag schon in den letzten Tagen bei den 11 Prozent, die sie wohl auch ungefähr kriegt. Die AfD hat dagegen 1,6 Prozentpunkte verloren – angesichts einer beispiellosen Hetzkampagne ein gutes Ergebnis.

Die großen Verlierer des Abends sind jedoch SPD, Grüne und FDP. Das mag überraschen, denn die FDP kehrt ja zurück ins Parlament. Doch aus den prognostizierten 7,4 oder gar 8 Prozent ist nichts geworden. Magere 6,5 Prozent sind es bisher. Auch die SPD sieht noch immer schlecht aus. Sie verliert im Vergleich zu den Umfragen zwar nicht so viel wie gegenüber den letzten Wahlen – aber 2 Prozent zu verlieren, wenn man nur 10,6 hatte, ist beträchtlich.

Der wirkliche Verlierer des Abends aber sind die Grünen. In den Umfragen lagen sie noch Ende April bei 12 Prozent. Da sind die 6,6 Prozent eine Halbierung der Stimmen – und das bei einer Propaganda durch die Medien, die in demokratischen Staaten ihresgleichen sucht.

Deutlich wird diese Niederlage wenn man die prozentualen Verluste gegenüber den Umfragen nimmt: Die FDP verliert über 13 Prozent ihrer Wähler, die SPD aber über 20 Prozent. Kleiner Trost auch hier: Die Grünen verlieren fast jeden dritten ihrer Umfrage-Wähler.

Zwei Erklärungen bieten sich an: Entweder haben die potentiellen Wähler erkannt, was ihnen droht. Bei den Ostdeutschen mit ihrer Erfahrung mit diktatorischen Systemen ist das sehr gut möglich. Außerdem hat Ministerpräsident Haseloff sich vor sie gestellt, als der Ostbeauftragte von Angela Merkel und Hetzer gegen Ostdeutsche Wanderwitz losgelegt hat. Die Blockade der GEZ-Zwangsgebührenerhöhung dürfte ein übriges bewirkt haben, Haseloff wählbar zu machen.

Oder die Umfrage-Institute haben einfach sehr schlechte Arbeit gemacht.

Oder beides.

Sven von Storch

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