In Bayern rollen die ersten Köpfe. Nach viel Kritik hat Ministerpräsident Markus Söder, CSU, seine Gesundheitsministerin Melanie Huml, CSU, entlassen. Gesundheitsstaatssekretär Klaus Holetschek, ebenfalls CDU, soll ihr Nachfolger werden.
Huml, eine gelernte Medizinerin, war im Frühjahr nach mehreren Pannen bei der Umsetzung von Markus Söders großmäulig angekündigter Testoffensive mehrmals in die Kritik geraten. Damals waren die Ergebnisse der Corona-Tests erst Wochen nach der Durchführung der Tests den Untersuchten zugegangen. Als Grund wurde die schlechte Abstimmung der Testzentren und technische Probleme wegen der fehlenden Digitaltechnik genannt. Seitdem waren die Rücktrittsforderungen gegen Huml nicht abgerissen.
Die bisherige Gesundheitsministerin wechselt laut Markus Söder in die Staatskanzlei. Dort ist sie für Europa und Internationales zuständig – für Bayern wohl eher nebensächliche Arbeitsgebiete. Söder danke Huml für ihren Einsatz und ihre Leistung mit den Worten: »Ich schätze die Melanie sehr.«
Noch mehr schätzt Markus aber offenbar den Klaus. Klaus Holetschek gilt als Macher und koordinierte bisher die Zusammenarbeit der Kommunen in Bayern. Söder ergänzte, es handele sich um eine »souveräne Entscheidung, die mit allen besprochen ist«.
Ebenso souverän hat Markus Söder die vom 15. bis 19. Februar geplanten Faschingsferien abgesagt. Statt Ferien zu machen, solle der durch den Merkel-Lockdown ausgefallene Unterricht nachgeholt werden. Vor diesem Hintergrund wirkt der Rücktritt der Gesundheitsministerin wie ein, ausnahmsweise einmal politisch korrekt formuliert, Bäuerinnenopfer. Allerdings muss Markus Söder darauf achten, dass er nach weiteren solchen Aktionen nicht ein Bauernopfer seiner Kanzlerin wird. Denn die Kritik an ihm reißt gleichfalls nicht ab.


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