Mit Rosenheim kehrt nach Offenbach die zweite deutsche Stadt zu den Beschränkungen im Zusammenhang mit der Bekämpfung von Covid-19 zurück. Anlass sind Messwerte bei den Neuinfektionen. Über sieben Tage lag die Zahl bei 53,7 pro 100.000 Einwohnern, teilten die Behörden mit. Der sogenannte Frühwarnwert für Bayern liegt bei 35 Neuinfektionen und wurde damit ebenso überschritten, wie die von Bund und Ländern vorgegebene Grenze von 50 Fällen.
Damit gelten neuerlich einige Beschränkungen aus dem vergangenen Frühjahr. Zum Beispiel dürfen nur noch maximal 50 Menschen an nicht öffentlichen Veranstaltungen in geschlossenen Räumen teilnehmen, unter freiem Himmel sind höchstens 100 Leute zugelassen. Generell sind in der Öffentlichkeit nur noch Treffen von Mitgliedern eines Hausstands erlaubt oder Gruppen mit maximal fünf Personen.
85 Prozent der Neuinfizierten sind Reiserückkehrer. Sie sind nun verpflichtet, innerhalb von 7 Tagen nach ihrer Rückkehr einen zweiten Corona-Test durchführen zu lassen. In Bayern war es in den vergangenen Tagen zu mehreren Pannen beim ersten Test gekommen.
Rosenheims Oberbürgermeister Andreas März, CSU, forderte die Gastronomie auf, die Einhaltung der Corona-Regeln durchzusetzen. Zugleich kündigte er eine intensivere Überwachung durch Polizei und Ordnungsämter an.
Die verschärften Maßnahmen sollen gelten, bis der Grenzwert sieben Tage in Folge »nachhaltig unterschritten« wird, berichtet der Bayerische Rundfunk. Schon gestern lag er dann laut Robert-Koch-Institut bei 45,8. Ob das allerdings »nachhaltig« und was überhaupt »nachhaltig« ist, teilten weder das Institut noch der Bürgermeister mit.
Über den gesundheitlichen Zustand der Infizierten teilten die Behörden lediglich mit, dass das Bild der Erkrankten deutlich anders aussähe als noch im Frühjahr. Nunmehr sind vor allem junge Menschen erkrankt, die keine Symptome aufwiesen. Dennoch sei es wichtig, dass diese zu Hause blieben und sich an die Quarantäne hielten.
Einen Krisenstab will die Stadtverwaltung nicht einberufen.


Add new comment