Mit Datum 21.12.2021 hat das Robert-Koch-Institut ein Papier herausgegeben, das sogar die Politik verärgert hat. Sein Titel: »Strategie-Ergänzung zur Bewältigung der beginnenden pandemischen Welle durch die SARS-CoV-2-Variante Omikron«.
Für die einen liest es sich wie die Omikron-Variante von Karl Lauterbachs Panikausbrüchen. Zunächst wird die Ausbreitung der Omikron-Variante beschrieben, die sich derzeit alle drei Tage verdoppelt, was einem exponentiellen Wachstum entspricht. Dann wird ausdrücklich darauf verwiesen, dass auch die sogenannten »vollständig Geimpften« nicht sicher sind – was die Rede von »vollständig« ja irgendwie auch unsinnig macht. Zuletzt wird das übliche Horrorszenario an die Wand gemalt: Mit »Beeinträchtigung der kritischen Versorgungsstrukturen (z.B. Transport- und Produktionsketten, Energie, Polizei, Feuerwehr etc.) muss gerechnet werden.«
Für die Regierungsmitglieder liest sich das Papier wie ein Alleingang der Mannen um Tierarzt Dr. Wieler. Denn der Panikmache folgt eine Liste von Maßnahmen, an die sich Gesundheitsminister Lauterbach gerade erst heranpirscht; Maßnahmen, die er ohne Ministersalär praktisch ständig in Talk-Shows gefordert hatte: Maximale Kontaktbeschränkungen, Zugang zu Ladengeschäften mit 2G, aber mit MNS/FFP2, Zugang zu Geschäften des täglichen Bedarfs und öffentlichem Personenverkehr mit 3G, aber mit MNS/FFP2 und bei Kontakt mit Risikogruppen sollten auch vollständig Geimpfte mit Auffrischimpfung immer einen zusätzlichen Test durchführen.
Und so geht es weiter: Schließung von Bars, Clubs, Diskotheken, Sportstätten und Restaurants; weiter wird auch ein Verbot von Gesang in Innenräumen gefordert. Und um sicher zu gehen, heißt es ausdrücklich als Beispiel: »Gemeindegesang im Gottesdienst«. Da wirkt die Einschränkung »außer im eigenen Haushalt« nicht mehr mäßigend, sondern wie eine zusätzliche Drohung. Demnächst wird Dr. Wieler dann wohl das »Oh Du Fröhliche« unterm Weihnachtsbaum verbieten lassen – und das, nachdem Essen und Trinken nur noch nach einem Test eingekauft werden dürfen. Hier hat einer jeden Maßstab verloren.
Für wieder andere zeigt das Papier auch etwas ganz anderes: Nach 21 Monaten Pandemie fällt den Experten des Robert-Koch-Instituts nicht mehr ein als ein Jahr zuvor: Ein de facto kompletter Lockdown. Denn Schulschließungen werden gleichfalls nahe gelegt. Dass eben diese Strategie schon gegen die erste, die zweite, die dritte und auch die vierte Welle nicht viel half, ignorieren Dr. Wieler und seine Experten. Etwas neues fällt ihnen offensichtlich nicht ein. Und neue Erkenntnisse können sie gleichfalls nicht liefern.
Unter anderen Umständen würde man solche Experten entlassen.


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