Nachdem der Rundfunk-Berlin Brandenburg seine Intendantin Patricia Schlesinger jahrelang machen ließ und sie ihre Stellung umfassend nutzte, um sich und womöglich Freunde mit Geld und Posten zu versorgen, hat der Zwangsgeldsender seine Chefin überraschend fristlos entlassen.
Angeblich bekommt sie nun auch keine Abfindung mehr, teilte der Verwaltungsrat mit und forderte zugleich einen Interims-Intendanten. Genannte wurde bisher niemand. Zur Zeit sitzt ein Vertrauter Schlesingers, Hagen Brandstäter, auf dem Posten. Sein Rücktritt wurde nicht gefordert. Er ist aktuell krankgeschrieben ist.
Die Entscheidung sei mehrheitlich gefallen, teilte die Sprecherin mit, ohne zu sagen, ob es Gegenstimmen gegeben hat. Für die nächste Zeit versprach der momentane Verwaltungsrat eine Strukturanalyse und die Neuaufstellung des Senders.
Im Mittelpunkt des Skandals stehen die Ex-Intendantin Schlesinger und der Ex-RBB-Verwaltungsratschef Wolf-Dieter Wolf. Sie sollen überteuerte Beraterverträge ausgehandelt haben. Weiter stehen die Boni-Zahlungen für die Chefetage in der Kritik und Aufträge, die die Messe Berlin für den Ehemann von Frau Schlesinger, den Ex-«Spiegel»-Journalisten Gerhard Spörl, besorgt haben soll – dort war Wolf noch vor kurzem Chef und Chefaufseher in einem. Er machte also das, was die Parteien beim RBB machen: Sie kontrollieren sich selber.


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