Nach vernichtender Kritik von 150 Wissenschaftlern an Zwangsgeldsendern

Queer-Beauftragter schürt Hass gegen Wissenschaftler

Die wissenschaftliche Kritik an der Genderideologie ruft den Queer-Beauftragter der Bundesregierung auf den Plan.

Da hatte sich ›Die Welt‹ einmal etwas getraut: Sie hatte den Aufruf zur Kritik an der Frühsexualisierung von Kindern in den Öffentlich-Rechtlichen-Runfunkanstalten publiziert und auf ein Dossier verwiesen, das die Analyse von zahlreichen Sendebeiträgen enthält. Dann kam der Aufschrei der Queerlobbyisten. Und was dann folgte kennen wir schon zu genüge: Die Kritiker der Sendebeiträge wurden auf bösartige Weise mundtot gemacht. Das Springer-Blatt knickte ein und entschuldigte sich.

Solche Verhältnisse kennt, wer jemals über Diktaturen geforscht hat. Dort ist es üblich, Kritik an der Parteilinie zu vernichten und den Gegner zum Eingeständnis seiner Fehler zu zwingen.

Nur: Was waren die Fehler? Der Queer-Beauftragte der Bundesregierung, Sven Lehmann, Die Grünen, schreibt in einem Gastbeitrag für die Welt: »Homo- und Transfeindlichkeit ist keine Meinung – sondern Menschenfeindlichkeit«. Das kann man so sehen. Aber man muss nicht. Und mit dem von Lehmann kritisierten Aufruf hat der Titel praktisch gar nichts zu tun.

Doch der Reihe nach: Sven Lehmann macht es sich einfach. Statt sich mit den Inhalten des Dossiers auseinanderzusetzen, haut er kräftig auf die Propagandapauke: »Ausgerechnet zu Beginn dieses Monats (des Pride-Monats) veröffentlicht die WELT mit dem Gastbeitrag von fünf Autor*innen einen Frontalangriff gegen LGBTIQ*. Inklusive reißerischer Aufmachung und umgedrehter Regenbogen-Flagge. Mehr Abwertung geht nicht.«

Das ist kompletter Unfug. Nicht nur, weil mehr Abwertung praktisch immer ginge. Sondern weil es in dem attackierten Beitrag gar nicht um LGBT geht. Eine Reihe von Sendungen der Zwangsgeldsender werden ob ihres ideologischen und unwissenschaftlichen Charakters durchaus scharf aber immer wissenschaftlich fundiert angegriffen. Mit Menschenfeindlichkeit hat das herzlich wenig zu tun.

Aber Herr Lehmann will seinen politischen Gegner in das Ghetto der Menschenfeinde deportieren. Damit aber macht er genau das, was er den Kritikern der Sendungen vorwirft: Er entmenschlicht die Kritisierten, indem er sie zu Menschenfeinden erklärt. Und mehr Abwertung geht nun wirklich nicht mehr.

Dazu hat Lehmann inhaltlich außer Diffamierung nichts zu bieten. Ja, er stellt die Meinung der Kritisierten systematisch verfälschend dar. Etwa, wenn es heißt: »Transgeschlechtlichkeit ist ebenso wie Intergeschlechtlichkeit oder Nicht-Binarität eine Variante der geschlechtlichen Entwicklung.« Was die Autoren des Dossiers zu keinem Zeitpunkt bestreiten.

Was sie bestreiten ist: Dass es mehr Geschlechter gäbe als männlich und weiblich. Die Behauptung einer »Vielgeschlechtlichkeit« wäre nämlich wissenschaftlicher Bockmist. Oder Fake-News, wie man in anderen Communities zu sagen pflegt.

Varianten von männlich und weiblich bleiben männlich und weiblich. Da kann Herr Lehmann rhetorisch rumhüpfen, wie er will. Oder hat der Queer-Beauftragte eine bessere Worterklärung als der Duden? »Variante – leicht veränderte Art, Form von etwas; Abwandlung, Abart, Spielart« Das Wesen bleibt fraglos erhalten.

Tolldreist wird Lehmann, wenn er über das Dossier schreibt: »Der in dem Pamphlet verwendete Anwurf, Transgeschlechtlichkeit sei ein ›Trend-Thema‹, ist transfeindlich.«

Zunächst: Selbstverständlich ist trans trendy. Zur Begründung hilft auch hier ein Blick in den Duden: »Trend – (über einen gewissen Zeitraum bereits zu beobachtende, statistisch erfassbare) Entwicklung[stendenz].« Es handelt sich also um eine statistisch messbare Größe, eine Quantität. Trendfeindlich ist daran nichts.

Umgekehrt wird ein Schuh draus. Lehmann ist beleidigt, weil seine politische Agenda als das bezeichnet wird, was sie ist: Ein Modethema. Ein Modethema von Leuten, die noch nie in ihrem Leben wissenschaftlich gearbeitet oder nachgedacht haben. Wie Sven Lehmann, der nach einem Studium der Politischen Wissenschaften, Romanistik und Pädagogik bei den Grünen unterkam.

Den Gipfel der Falschdarstellung erklimmt der Trans-Lobbyist Lehmann, wenn er bestreitet, der von den Grünen in den Bundestags eingebrachte Entwurf für ein ›Selbstbestimmungsgesetz‹, würde es erlauben, dass 14-Jährigen »gegen den Willen ihrer Eltern über eine hormonelle und operative Anpassung entscheiden können«. Dass die 14-Jährigen das zukünftig können, gegen den Willen der Eltern entscheiden, hatten die Autoren des Aufrufs geschrieben. Lehmann hält dagegen: »Nein, das ist nicht geplant. Das war es auch nie.«

Kennt der Gender-Propagandist Sven Lehmann die Gesetzesentwürfe der Grünen, also seiner eigenen Partei etwa nicht? Nicht einmal die, die unter seinem Namen dem Bundestag vorgelegt wurden?

Im Entwurf von 2021 heißt es unter § 2 Absatz 3:

»Ein genitalverändernder chirurgischer Eingriff an einem Kind, das das 14. Lebensjahr vollendet hat, ist nur mit seiner Einwilligung zulässig. In solchen Fällen bedarf es zusätzlich der Einwilligung der sorgeberechtigten Person. Verweigern die sorgeberechtigten Personen derer Einwilligung, so ersetzt das Familiengericht die Einwilligung, wenn:

1. eine Beratung des Kindes stattgefunden hat,

2. das Kind einwilligungsfähig ist,

3. der Eingriff dem Wohl des Kindes nicht widerspricht.

Die Bestellung eines Verfahrensbeistandes ist stets erforderlich.«

Wenn das Kind sich für einen chirurgischen Eingriff entscheidet und die Eltern ihre Zustimmung nicht geben, entscheiden nicht mehr die Eltern, sondern das Kind ruft ein Gericht an, die grundgesetzlich garantierte elterliche Entscheidungsbefugnis wird durch eine Entscheidung von Richtern ersetzt. Wörtlich: »ersetzt das Familiengericht die Einwilligung«.

Wer jetzt glaubt, nicht das Kind, sondern die Richter hätten das Sagen, hat den Rest des Gesetzes nicht verstanden: Das Familiengericht hat zuzustimmen, falls eine Beratung des Kindes erfolgte, das Kind nicht zustimmen kann und der Eingriff dem Wohl des Kindes entspricht. Kurz gesagt: Geht das Kind, das den Eingriff gegen den Willen der Eltern durchsetzen will, zur Beratung und bringt seine Freude über ein Leben mit entfernten oder angehefteten Geschlechtsmerkmalen zum Ausdruck, dann wird der Eingriff vom Gericht angeordnet. Was ist das anderes, als die Möglichkeit des 14-Jährigen sich gegen den Willen der Eltern zu verstümmeln?

Entweder weiß Lehmann also nicht, was in dem Gesetz steht – oder er lügt. Dabei legt sein nächster Satz: »Körperliche Anpassungen sind nicht gesetzlich geregelt, darüber entscheiden die Betroffenen zusammen mit Ärzt*innen entlang fachmedizinischer Leitlinien.« bereits nahe, dass Lehmann ganz genau weiß, was in dem Gesetz steht.

Der elende Beitrag von Sven Lehmann endet, wie er begonnen hat: Mit Hass gegen 150 Wissenschaftler, die die Verbreitung des konstruktivistischen Unfugs der LGBT-Ideologen in den Zwangsmedien nicht hinnehmen wollen. Wieder wird eine angebliche »gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit« angeprangert, der die Wissenschaftler angeblich folgen. Wissenschaftler werden also als Menschenfeinde bezeichnet, um sie im schlimmster Weise zu diffamieren.

Nicht das Dossier, sondern dass ›Die Welt‹ einen solchen Beitrag des Grünen Lehmann veröffentlicht hat, ist der Skandal. Und die unterwürfige Entschuldigung durch die Chefredaktion gibt dem Skandal einen treffenden symbolischen Ausdruck.

Sven von Storch

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