Die neue Corona-Variante, die gar nicht neu ist, sondern seit dem 9. November 2021 durch die Medien geistert, wird gerade als Grund für die neuerlich steigenden Inzidenzen genannt. Was für ein Zufall!
Denn in den nächsten Tagen will die Bundesregierung nicht nur das Infektionsschutzgesetz verlängern lassen. Insbesondere ist es ihr Ziel, eine Impfpflicht für Deutschland durchs Parlament zu boxen. Und da der Ausgang der Abstimmung ist unsicher ist wie die weitere Entwicklung der Pandemie, wird momentan wieder einmal Panik verbreitet. Und der Schlüssel heißt: Omikron-Subvariante BA.2.
Das Zusammenspiel kennen wir schon:
Das Robert-Koch-Institut veröffentlicht neue Höchstzahlen bei den Sieben-Tage-Inzidenzen. Die haben die Marke von 1.600 überschritten. Diesmal sind auch wieder ältere Menschen betroffen. – Da fragt dann auch niemand, warum in dieser Woche die Inzidenzen der Kennwert der Wahl sind. Und nicht der R-Wert. Oder die Hospitalisierung.
Dazu wird die wissenschaftliche Erkenntnis verbreitet, die Subvariante Omikron-Subvariante BA.2 sei um 40 Prozent ansteckender. – Vor Schreck wird niemand mehr fragen: Ansteckender als was: Als Omikron? Als Delta?? Oder als die nächste Panikattacke von Karl Lauterbach???
Und wer doch fragt, dem wird eine Dunkelziffer entgegengeschleudert. Ein Part, den der Verband Akkreditierte Labore in der Medizin, ALM, für diesmal übernommen hat, wenn er von der »Untererfassung von an Corona erkrankten Menschen in den Statistiken« spricht und diese spekulative Dunkelziffer dann auch noch als »ein neues Rekordhoch« verkauft. – Im Dunkel ist eben gut munkeln.
Wo Labore sind, da sind auch die Gesundheitsämtern nicht weit. Der Vorsitzende des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes, BVÖGD, Johannes Nießen verwies erst am gestrigen Mittwoch auf »steigende Infektionszahlen«, denn »der Omikron-Subtyp BA.2 setzt noch einmal einen drauf.« Da darf auf dem Hausblatt der Hinweis nicht fehlen: »Umso wichtiger ist es weiterhin für Impfungen zu werben und insbesondere im Gesundheitsversorgungssystem und in Pflegeeinrichtungen auf einen vollständigen Impfschutz beim Personal hinzuarbeiten, besonders im Hinblick auf neue Varianten und Erkrankungswellen«. – Man glaubt, den Gesundheitsminister zu hören.
Wen das alles noch immer nicht überzeugt, für den muss eine Physikerin herhalten. »Derzeit ist die Entwicklung schwer abzuschätzen«, schreibt die Viola Priesemann auf Twitter. Sie ist zugleich Corona-Modelliererin und glänzt mit Aussagen wie: »Kurz: Das war ein langer Thread um zu sagen: Derzeit ist die Entwicklung schwer abzuschätzen. Wenn wir mehr wissen, werde ich berichten.«
Und auf der Basis solcher Aussagen und Zahlen soll der Bundestag in den nächsten Tagen eine landesweite Impfpflicht verhängen.


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