Am vergangenen Wochenende wurden in New York City 28 Menschen getötet. Nicht viel weniger als beim russischen Angriff auf den Flughafen von Lemberg, Ukraine. Nur dass in Lemberg Krieg herrscht und in New York nicht.
28 erschossene Menschen sind auch für New York zu viel. Bürgermeister Eric Adams, kündigte daher am Montag an, die Polizei der Stadt würde ihre Spezialeinheit zur Verbrechensbekämpfung erweitern. Das Pikante an der Ankündigung: Die Einheit war während der Unruhen Frühjahr 2020 aufgelöst worden. Jetzt geht sie unter einem anderen Namen wieder auf Streife.
Die »Neighborhood Safety Teams«, wie sie sich nun nennen, nahmen seit ihrer Re-Aktivierung am Montag in der Bronx 31 Verhaftungen vor und beschlagnahmten zehn Waffen ein. »Genau das ist es, worum es bei präziser Polizeiarbeit geht«, erklärte Adams gegenüber Reportern. Die Spezialeinheit soll in fünf weiteren Bezirken eingesetzt werden. Das Ziel sind 30 ›Neighborhood Safety Teams‹.
Die Einheit, die auf die Beschlagnahme illegaler Waffen spezialisiert ist, ermittelte bisher in Zivil. Jetzt sind ihre Mitglieder als Beamte zu erkennen. Bürgermeister Adams kritisierte die Entscheidung, die Einheit aufzulösen. 600 Beamte wurden anschließend auf andere Einheiten verteilt.
»Ich denke, wir müssen die vollständige Abschaffung der Einheit neu bewerten«, sagte Adams gegenüber CBS New York. »Im Moment sagen sich die bösen Jungs, wenn keine Polizei in der Nähe ist, kann man machen, was man will.«
Für 284 Menschen, die allein in diesem Jahr in New York City erschossen wurden, kommt diese Einsicht und die folgende radikale Kehrtwende zu spät. Für ihren Tod und den dramatischen Anstieg der Opferzahlen von 242 Erschossenen im gesamten Jahr 2021 tragen sind nicht nur die Täter, sondern auch die Aufständischen vom Frühjahr 2020 und ihre Unterstützer in Medien und Politik eine Verantwortung.


Add new comment