Nach »Sea-Watch 3« lauert die »Alan Kurdi« auf ihren Einsatz

Neue Seenotretter in libyschen Küstengewässern

Nachdem die »Sea Watch 3« in Italien beschlagnahmt wurde, kreuzt schon das nächste Schiff vor der libyschen Küste. An Bord ist eine Korrespondentin.

Nachdem das sogenannte Flüchtlingsrettungsschiff »Sea Watch 3« in Italien beschlagnahmt wurde, kreuzt die »Alan Kurdi« vor der libyschen Küste. Ihre Aufgabe ist die gleiche: Angeblich in Seenot befindliche Afrikaner nach Lampedusa bringen.

An Bord befindet sich eine Korrespondentin, die unter anderem für die Frankfurter Allgemeine Tagebuch schreibt. Kriegstagebuch ist der richtige Name und Kriegsberichterstattung das Metier. Ganz Gutdeutschland fiebert, während das Schiff nach seinem Einsatz sucht. »Am Sonntag hat die maltesische Seenotleitstelle ein Boot mit Geflüchteten in ihrem Gebiet gemeldet, die 'Alan Kurdi' war jedoch zwei Tage entfernt. Ein zweites hat die spanische NGO 'Open Arms' gefunden und gesichert, ebenfalls im Gebiet der Malteser.«

Die Absicht der Crew ist klar formuliert: Auf dem Vormast wurde eine Flagge mit der Aufschrift »#FreeCarola« gehisst. Das Schiff ist absichtlich kleiner gewählt als die »Sea Watch 3«, man »brauche deshalb schneller Hilfe.« Zusätzlich hat man dem Kutter den Namen eines toten syrischen Kindes verpasst, dessen Foto 2015 Politiker und Medien erregte - »dead-child porn«, wie The Spectator damals treffend kommentierte.

Mit Seenotrettung hat die Fahrt dieser Crew nichts aber auch gar nichts zu tun. Wirkliche Retter wählen ein sicheres Schiff und steuern den nächsten Hafen an. Nicht so diese Besatzung. Sie bringt die Afrikaner auf einem möglichst kleinen Schiff medienwirksam nach Italien. Auftritte zu besten Sendezeiten im deutschen Staatsfunk winken als Lohn. Böhmermann hat schon gesammelt.

Der italienische Innenminister Salvini geht den richtigen Weg. Er lässt selbsternannte Retter wie den Kapitän der »Sea Watch 3« Rackete für den Bruch aller Regeln des Seerechts verhaften. Als Rackete auf ihre Pflicht zu helfen verwies, empfahl Salvini ihr, in Deutschland ein Soziales Jahr zu absolvieren. 

Sven von Storch

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