Auch in diesem Jahr verbreitete Politiker und Medien der Regierung die gleiche Propagandalüge wie in jedem Jahr. Nur wurde es in diesem Jahr noch etwas perfider. Denn nun erkoren sich die organisiert Feiernden jene aus, die den Fall der Mauer vor 30 Jahren überhaupt erst möglich machten.
Zunächst hörte sich alles wirklich nett und anerkennend an: Den Mittel– und Osteuropäern wurden von der Bundesregierung und ihren Jubelschreibern besonders gedankt. Besonderer Dank galt den Ungarn. Sie hätte durch die Grenzöffnung den Weg für viele Ostdeutsche in West geebnet. Natürlich wurde auch die Budapester Regierung genannt.
Dann kam ein Bruch. Denn in Ungarn, soviel lässt sich nicht mehr verleugnen, sitzt heute eine demokratisch gewählte Regierung, die man im Berliner Kanzleramt nicht mag. Auch in Polen, Tschechien und der Slowakei sitzen, wie die Jubelschreiber sagen würden, Rechtspopulisten am Ruder. Auch sie alle gewählt. Und all diese Regierungen haben heute Grenzen gezogen. Grenzen gegen die Islamisierung. Grenzen gegen den weiter Zustrom von weiteren sogenannten Flüchtlingen.
Also müssen die Jubelsschreiber ihre Hetze mit der Berliner Mauer verbinden. Und siehe da: Die Grenze von heute wird zur Grenze von 1989. Mit scheinheiliger Überraschung fragt man dann: Wie kann denn das zusammengehen ? Damals waren sie für die Freiheit und heute sind sie dagegen.
Nun, die Antwort ist so einfach, dass man sich fragt, für wie dumm die Jubelschreiber die Leser und Hörer denn halten: Die heutige Grenze schützt Bürger vor illegaler Einwanderung – die damaligen Grenze sperrte Bürger ein. Eigentlich ein leicht zu sehender Unterschied. Heute Stadtmauer – damals Gefängnismauer.
Diese beiden Mauer in eins zu setzen ist eine Lüge. Es ist die neue Mauerlüge. Sie gehört in eine Reihe mit den Lügen der vor 30 Jahren gestürzten sozialistischen Regime und ihrem Gerede vom anti–faschistischen Schutzwall.


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