Wenn etwas nicht hält, was es verspricht, muss man es verbessern. Und am besten verkauft man die Verbesserung, wenn man ihr einen pfiffigen Namen verpasst. So wie in diesem Fall: Was eigentlich nur die Dritte Impfung ist, wird als »Booster-Impfung« auf den Markt gebracht.
Ein Booster ist eigentlich ein zusätzliches Triebwerk zur Beschleunigung einer Rakete. Er wird gezündet, weil die andere Triebwerke nicht ausreichen, um in eine Erdumlaufbahn zu gelangen. Für die Impfung bedeutet Booster: Die Wirkung der vorherigen Impfungen reicht nicht mehr aus. Es wird einfach eine dritte Impfung gebraucht.
Um ihr neues Produkt auf den Markt bringen zu können, haben die Hersteller von Impfstoff nun Daten vorgelegt, die beweisen sollen, dass eine weitere Impfung sinnvoll, nötig und natürlich harmlos ist – also gekauft werden kann. Den Anfang machte BionTech, das Vorzeigeunternehmen mit dem Migranten, der es vom Tellerwäscher zum Milliardär geschafft hat. »Wir denken«, erklärte BionTech-Chef Ugur Sahin Anfang der Woche, »dass es im Moment am besten ist, mit einer Auffrischungsdosis für den bestehenden Virusstamm fortzufahren, um die Situation in den Griff zu bekommen«. Denn, so BionTech weiter, der Schutz seines Impfstoffs gegen Covid-19-Symptome nimmt jeden zweiten Monat um sechs Prozent ab.
Die Gesundheitsminister sind bisher noch zurückhaltend – bisher! Aber das kennt man ja schon. Noch vor einigen Wochen war von einer Impfpflicht keine Rede und jetzt wird bereits diskutiert, wie man den Ungeimpften das Leben möglichst schwer machen kann. Da hilft es dann auch wenig, wenn sich die Ständige Impfkommission dagegen ausspricht. Sie wird im Fall der Fälle dann eben mal übergangen.
Israel ist auch diesmal schon weiter. Dort wird seit einer Woche allen , die über 60 sind, eine dritte Dosis nahegelegt. Um das Angebot schmackhaft zu machen, haben die dortigen Krankenkassen eine Umfrage unter Dritt-Geimpften durchführen lassen. Nur einer von einhundert Befragten berichtete von einer Impfreaktion. Es fehlt nicht viel, und die Krankenkasse gibt eine Empfehlung zum Kauf der Impfstoffe
Bemerkenswert ist der Kommentar der Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Immunologie: »Es gibt – immunologisch gesehen – jedoch keine Gründe, warum eine dritte Impfung im Abstand von mehreren Monaten gefährlicher sein sollte als die erste oder zweite«. Wer das für beruhigend hält, sollte noch einmal lesen, was sie gesagt hat: Es ist nicht gefährlicher! Von ungefährlich ist keine Rede.
Das Beste kommt aber erst noch: Ob die Booster-Impfung etwas bewirkt, ist gleichfalls nicht nachgewiesen, berichtet die Welt.
Macht aber nichts: Denn die Konkurrenz schläft bekanntlich nicht. Pfitzner bestätigt, dass die Dritte Impfung etwas nutzt. Nicht gleich nach der Zweiten. Aber ein Jahr später. Wen wunderts, lässt die Wirkung der Ersten und Zweiten Impfung ja exponentiell nach.
Bei so viel fachlicher Beratung werden die deutschen Fachleute für den Verkauf von Impfstoffen: Lauterbach, Wieler und Spahn, nicht lange zögern. Die Dritte Impfung muss her. Und wer sich verweigert, darf dann eben demnächst auch nach einer Zweiten Impfung nicht mehr ins Restaurant. Unmöglich ? – Wir werden sehen.


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