»Das war Mist«

Nach 5 Wochen Schweigen_ Baerbock versucht sich rauszuwinden

Nach Wochen des Schweigens äußert sich die Grüne Kanzlerkandidatin zu den Änderungen ihres Lebenslaufs. Offenbar hat sie gar nichts gelernt.

Wenn jemand eine lässliche Sünde begangen hat, dann bleibt ihm genau eine Gelegenheit, es wieder gerade zu richten. Er hat um Entschuldigung zu bitten und die Sachlage zu klären. Eine zweite Chance wird es nicht geben.

Nach fünf langen Wochen und 6 Prozentpunkten weniger für die Grünen hat sich Annalena Baerbock endlich aufgerafft, ihre fortgesetzten Änderungen am Lebenslauf zu kommentieren. Und schon jetzt dürfte klar sein: Sie hat die Gelegenheit schlecht genutzt. Die Erklärung lautet:

»Meinen Lebenslauf habe ich knapp und komprimiert veröffentlicht und dabei unwillentlich einen missverständlichen Eindruck erweckt, den ich nicht erwecken wollte.« »Das tut mir leid, und es war alles andere als beabsichtigt.« »Es hätte unbedingt einer gründlichen Kontrolle der Angaben bedurft. Das ist meine Verantwortung, und diese Lektion habe ich jetzt, haben wir jetzt gelernt.« »Das war Mist.«

Richtig: Das war Mist. Es war Mist, einen Lebenslauf mit vielen unklaren und einigen falschen Angaben zu veröffentlichen. Es war Mist, den Lebenslauf in den letzten Wochen mehrfach zu ändern. Es war Mist, fünf Wochen zu schweigen.

Aber ebenso ist es Mist, die wichtigen Fragen offen zu lassen: Warum hat Frau Baerbock falsche Angaben auf ihre Home-Page gestellt ? – Warum hat sie welche Angaben wann geändert ? – Wer hat die Änderungen gemacht und hatten er oder sie eine Erlaubnis ? – Wie lautet denn schließlich der korrekte Lebenslauf der Kanzlerkandidatin der Grünen ? – Was ist überhaupt korrekt auf ihrer Home-Page ?

Frau Baerbock wird nachgesagt, sie könne schnell lernen, ohne dass jemals festgestellt wurde, was genau sie denn schnell gelernt haben mag. Doch soviel scheint sicher: Wie man sich in einer Krise verhält, scheint sie nicht zu wissen und überdies, auch wenn etwas anderes sagt, auch nicht zu lernen. Kein Wunder. Wer auf den Händen seiner Claqueure zur Macht getragen wird, kennt keine Krisen. Er kennt im besten Falle eingebildete Krisen.

Im Kanzleramt aber ist gerade in Zukunft genau dieses Können gefragt. Denn die von Angela Merkel hinterlassenen Krisenschauplätze sind viele. Im Kanzleramt wird jemand gebraucht, der Grundwissen hat und sich schnell anpassen kann; Voraussetzungen, die nur Adenauer, Schmidt und Kohl wirklich erfüllten.

Annalena Baerbock wird Kanzleramt nicht gebraucht. Andernfalls heißt es in Kürze: »Die ist Mist«. Nur werden wir sie dann nicht so schnell wieder los.

Sven von Storch

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