Auch in Zeiten, in denen es angeblich um die Rettung des Landes vor einer Epidemie schlimmer als Pest und Spanische Grippe geht, reißen die Kontakte der Bundesregierung zu den Klimaaktivisten von Fridays-For-Future nicht ab. Wenigstens 22 Mal trafen sich Vertreter beider Seiten im vergangenen Jahr.
Wenn man das weiß, wundert es nicht, dass Kanzlerin Angela Merkel mit einem Schmunzeln der Zustimmung eine Protestaktion von Aktivisten von ›Fridays For Future‹ und der links-faschistischen ›Extinction Rebellion‹ Anfang Juli 2020 beobachtete und niemand nach der Beobachtung durch den Verfassungsschutz rief. Oder ist es der Blick, der sich ergibt, wenn man mit zweierlei Maß misst ?
Doch die meisten Kontakte pflegt das Umweltministerium. Zu elf persönlichen Gesprächen und Diskussionsveranstaltungen trafen sich Mitarbeiter, Staatssekretäre oder auch Ministerin Svenja Schulze, SPD, mit den Klimahüpfern um Fräulein Neugebauer. Ob und in wieweit sie Einfluss auf die Politik genommen haben, lässt sich schwer sagen.
Da wollte Peter Altmaier mit seinem Bundeswirtschaftsministerium wohl nicht nachstehen – von dort werden drei Gespräche bestätigt. Hier ging es um Klimaschutz und einen Austausch über das Erneuerbare-Energien-Gesetz.
Eine Sprecherin der Klimahüpfer berichtet daher nicht ganz ohne Stolz, es habe eine »Diskursverschiebung« gegeben. Die 15-Jährige ergänzte: »Unsere Regierung geht in den Diskurs. Das ist gut, und das ist wichtig«. Allerdings beklagte sie, die nachts nicht ohne Aufsicht außer Haus gehen, noch keinen Alkohol kaufen und auch kein Konto eröffnen darf, dass die Gespräche mit der Bundesregierung meist folgenlos blieben. »Klar, es gibt solche Treffen, aber was man wirklich messen muss, sind die realpolitischen Entscheidungen, die getroffen worden sind.«


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