Macht zeigt sich vor allem durch Zynismus. Daran muss Angela Merkel gedacht haben, als sie sich entschloss, dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag, DIHK, eine Grußbotschaft zu senden. Im DIHK sind 79 deutschen Industrie- und Handelskammern vertreten. Anlass für Grußbotschaft war das Ausscheiden des Präsidenten des DIHK, Eric Schweitzer.
Gegen jede wissenschaftliche Erkenntnis von der Nutzlosigkeit des Lockdowns, der Sinnlosigkeit der Maskenpflicht und den völlig sinnfreien Schließungen der Gastronomie im Außenbereich behauptete Merkel: »Die derzeit deutlich sinkenden Infektionsraten machen Mut und zeigen, wie sehr unsere Maßnahmen und Verhaltensregeln wirken.«
In ihrer typischen vormundschaftlichen Weise lobte Merkel die Unternehmen. Sie hätten mit Homeoffice und regelmäßigem Testen zu dem Erfolg ganz wesentlich beitragen. Angesichts der hohen Fehlerraten bei Selbst- und Schnelltests von 50 bis 60 Prozent eine geradezu abenteuerliche Behauptung.
Wie ihre Regierung in der Zukunft argumentieren will, wurde ebenfalls deutlich. Den mittlerweile dramatische Lage am Ausbildungsmarkt erklärt Merkel mit der Corona-Epidemie. Tatsächlich sinkt die Zahl Auszubildenden seit Jahren. Die Qualität der Schüler, die die Schulen verlassen, sinkt ebenfalls immer weiter. Aber auch dafür liefern Corona und der Lockdown demnächst sicher eine gute Erklärung.
Offenbar will Angela Merkel nach 16 Jahren Regierung, die Corona-Epidemie für alles verantwortlich zu machen, was in Wirklichkeit nur das Resultat ihrer eigenen, schlechten Politik ist. Bei Lichte betrachtet erhält die Folge von Lockdowns und die Bundesnotbremse so ihren wirklich Sinn.


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