Energiepreisproteste an historischer Stätte:

Massenproteste in Tschechien_ 120.000 Demonstranten in Prag auf der Straße

Auf dem Wenzelsplatz in Prag haben bis zu 120.000 Menschen gegen die hohen Energiepreise demonstriert.

Demonstrationen auf dem Wenzelsplatz in Prag haben in Tschechien die Bedeutung der Montagsdemonstrationen in Leipzig: Sie werden mit dem letztlich erfolgreichen Protest der Bevölkerung gegen eine rücksichtslose Politik der Herrschenden verbunden.

Am Samstag strömten Tausende Demonstranten unter dem Motto »Die tschechische Republik zuerst« zum Wenzelsplatz um gegen die galoppierende Inflation, gegen Corona-Impfungen und gegen die Aufnahme von Migranten zu demonstrieren. Nach offiziellen Angaben 70.000, nach Angaben von Anwesenden 120.000 Menschen. Jedenfalls war der Wenzelsplatz voll.

Der Regierung wurde zum Vorwurf gemacht, zum einen die Ukrainer zu unterstützen, die eigene Bevölkerung zugleich unter den Folgen des Krieges wie steigende Heizkosten leiden zu lassen. Die Mitte-Rechts-Regierung in Prag reagiert mit Hinweisen auf die im Land aktive »russische Propaganda und Desinformationskampagnen«.

In Deutschland werden ähnliche Proteste ab heute erwartet – wiederum an historischem Ort, nämlich in der Leipziger Innenstadt. Die Herrschenden hier haben sich zusammen mit den Medien verbreiten schon einmal vorsorglich, dass es sich bei vielen Demonstranten um Rechts- oder Linksradikale handeln könnte. In anderen Versionen werden die Demonstranten aufgefordert, sich von bestimmten Gruppen zu distanzieren, bevor sie demonstrieren gehen – eine völlig absurde Auslegung des im Grundgesetz verbrieften Rechts aller Deutschen, sich versammeln zu dürfen.

Ob die Rechnung aufgeht, darf bezweifelt werden. Schon jetzt haben die Gewerkschaft Ver-dot-di und die PDS-Nachfolgepartei die Linke zu Protesten aufgerufen. Zugleich kündigte die AfD an, ab nächste Woche eine Kampagne unter dem Titel »Heißer Herbst, statt kalte Füße!« angekündigt, ergänzt um »Unser Land zuerst!« in Anlehnung an Donald Trumps Wahlspruch: »America first«.

 

 

Sven von Storch

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