Die französische Luftwaffe hat sich von ihren letzten Niederlagen erholt. Bei einer Rede vor Militärs am Vorabend der Feierlichkeiten zum Nationalfeiertag, hat Präsident Macron angekündigt, ein Weltraumkommando einzurichten.
»Im kommenden September«, wird der Präsident bei tagesschau.de zitiert, wird »ein großes Raumfahrtkommando innerhalb der Luftwaffe geschaffen«. Es soll Frankreich in die Lage versetzen, sich »im Weltraum und aus dem Weltraum zu verteidigen«. Unter anderem sollen französische Satelliten geschützen werden. Und überhaupt: Kriege werden womöglich künftig im Weltall entschieden.
Nach zwei verlorene Kriegen - gegen seinen östlichen Nachbarn und wenig später gegen Vietnam - haben die französischen Streitkräfte sich nach etwa 70 Jahren offenbar wieder erholt. Man schafft es zwar noch nicht, sich randallierender arabischer Banden aus den Vorstädten zu erwehren und französischen Juden verlassen das Land, weil der Staat sie nicht verteidigen kann - aber dafür wird Frankreich demnächst Angriffe aus dem Weltall parieren. Das darf man getrost Großmannssucht nennen.
Über die Kosten schweigt man im Präsidentenpalais. Während China großzügig maritim rüstet, kann Frankreich lediglich das Leichtgewicht, den Flugzeugträger 'Charles de Gaulle', finanzieren; die Pläne für einen größeren Träger wurden 2013 gestoppt. Die Kassen im französischen Haushalt sind klam.
Springt Brüssel ein? Vielleicht legt die EU das erste regionale interstellare Förderprogramm für eine Weltraumflotte auf Kiel.
Oder Berlin zahlt für Macrons Griff nach den Sternen. Neulich war ja schon von einem deutsch-französischen Flugzeugträger die Rede - ein Zwischenschritt, den Macron und Merkel auslassen sollten. Dafür liefert Frankreich Soldaten und Technik, um in den Weiten des Alls Amerikanern, Russen und Chinesen Paroli bieten zu können.


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