Bundesaußenminister Heiko Maas hat vor der UNO-Vollversammlung seine Sicht auf die wichtigen politischen Dinge erklärt. Am späten Mittwochabend hat er eine Gelegenheit dazu erhalten. Doch bevor er sich zu den verschieden Krisenherden äußert, widmet er sich dem Klima. Das ihm wichtig. "Denn während wir hier in New York über Nachhaltigkeit reden, drohen wir das Rennen gegen den Klimawandel zu verlieren. Die Erde brennt lichterloh", klagt Maas in thunbergscher Panikmanier an.
Nach diesem ersten Schuss kommt die Kaskade der Worthülsen, wie wir sie aus der deutschen Öffentlichkeit nur zu gut von Heiko Maas kennen. Es beginnt mit einer der Lieblingsvokabeln aller Globalisten: Nachhaltigkeit. Aber Maas ist darüber hinaus. Er will etwas tun. Denn "während wir von Nachhaltigkeit reden, sterben Menschen in Kriegen und Konflikten, bei deren Lösung wir seit Jahren versagen." Fast wortgleich hatte Greta Thunberg vor kurzem für Dramatik gesorgt. Mit den Tränen kämpfen musste der deutsche Außenminister allerdings nicht. Das hatte schon bei dem Teenager nicht gefruchtet.
Vom Klima schwenkte Maas flugs zu anderen Themen. "Der Klimawandel ist längst nicht mehr nur eine ökologische Herausforderung für die Menschheit." Es geht also um mehr als das Wetter. "Er ist immer öfter eine Frage von Krieg und Frieden." Dann kommt Maas noch einmal auf eine düstere Zukunft zurück, als er phantasiert: "Wenn die Menschen keinen Zugang mehr zu sauberem Trinkwasser haben, ganze Ernten wegen Dauerdürren ausfallen und Konflikte um die wenigen verbleibenden Ressourcen beginnen, werden die Kriege der Zukunft Klimakriege sein."
Klimakriege - das klingt nach einem neuen Schlagwort. Linke Kampagnen leben davon. Und natürlich brauchen sie heutzutage die Positionierung gegen den US-Präsidenten. Der hatte seinen Patriotismus gegen den Globalismus gestellt. Im deutschen Außenministerium schätzt man dagegen die Gesellschaft iranischer Herrscher. Und man will mehr. Frankreich und Deutschland haben schon vor längerer Zeit eine "Allianz für den Multilateralismus" initiiert. Die wollen sie neben der UNO etablieren, aber nicht gegen China und die Vereinigten Staaten. Hintergrund: Der UNO geht nach den Rückzügen der USA aus mehreren Gremien das Geld langsam aus.
Auf diesem Weg will sich der deutsche Außenminister Bedeutung verschaffen, die er auf anderen Wegen nicht findet. Erfolg wird er mit diesem regelbasierten Multilateralismus nicht haben. Dafür ist Deutschland unter dieser Regierung nicht wichtig genug. Als Maas seine Rede beendet, sind die Stühle in der großen Halle nur noch sporadisch besetzt. Greta Thunberg war mehr Beachtung gegönnt.


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