Medienstudie zur Ausländerkriminalität

Lügen mit Statistik_ Studie redet Kriminalität von Ausländern klein

Eine Studie von Medienforschern soll belegen, dass rechte Parteien überproportional über Ausländerkriminalität berichten. Zugleich zeigt sie angeblich, dass Ausländer sehr viel weniger Straftaten begehen.

Freie Welt

Eine Studie von Medienforschern belegt, dass die AfD überproportional über Ausländerkriminalität berichtet. Tatsächlich zeigten die Zahlen, schreibt die FAZ, dass Ausländer sehr viel weniger Straftaten begehen.

Mit diesem Ergebnis schürt die AfD angeblich Furcht vor Zuwanderern, so die Meinung der Autoren; zwei Medienforscher aus Hamburg und Leipzig, »Überraschend ist, wie konsequent das geschieht«, berichten die Professoren Thomas Hestermann und Elisa Hoven in der »Kriminalpolitischen Zeitschrift«.

Die Wissenschaftler analysierten für ihre Studie alle 242 Pressemitteilungen der AfD zum Thema Kriminalität in Deutschland aus dem vergangenen Jahr. Diese Zahlen haben sie mit der Kriminalitätsstatistik verglichen. »Soweit die AfD bei Tatverdächtigen die Nationalität nennt«, berichtet einer der beiden Autoren, »sind dies zu 95 Prozent Ausländer, nur zu 5 Prozent Deutsche«. Bei den fünf Prozent deutschen Tatverdächtigen handelt es sich um Deutsche mit Migrationshintergrund.

Tatsächlich liegt der Anteil der ausländischen Verdächtigen laut Kriminalitätsstatistik bei weniger als 35 Prozent, schreibt die FAZ. Damit will das Blatt, das sich zum sogenannten Qualitätsjournalismus zählt, andeuten, dass die AfD in ihren Meldungen nicht die wirklichen Anteil der Ausländer an der Kriminalität darstellt.

Genau damit aber liegt das Blatt falsch. Zwar liegt der Anteil der Ausländer unter den Verdächtigen bei weniger als 35 Prozent - allerdings stellen sie auch nur etwa 8 Prozent der Bevölkerung. Sie sind also etwa 4-mal so häufig kriminell. Syrer werden mit 2,5 Prozent aller Tatverdächtigen und 0,9 Prozent Anteil an der Bevölkerung etwa 3-mal so häufig kriminell, liegen also etwas darunter. Afghanen werden mit 1,5 Prozent der Verdächtigen und 0,3 Prozent der Bevölkerung 5-mal häufiger kriminell und liegen damit über dem Durchschnitt.

Eine Berichterstattung, die lediglich alle Fälle listet, ohne auf diesen Zusammenhang hinzuweisen, verzerrt die Realitäten. In einer objektiven Berichterstattung müssten Afghanen 5-mal häufiger genannt werden als Deutsche - was natürlich selten passiert. 80 Prozent aller Berichte müssten von Taten mit verdächtigen Afghanen berichten, lediglich 20 Prozent von Fällen mit Deutschen. Das entspricht aber genau dem Anteil der deutschen Verdächtigen in den Berichten der AfD.

Eigentlich gehören diese Überlegungen zum Rüstzeug jedes Statistikers. Man darf also vermuten: Entweder wissen die beiden Forscher nicht, was sie tun - oder sie wissen es. Und es wäre die Aufgabe eines selbsternannten Qualitätsjournalismus, darauf zu verweisen. Die FAZ kann oder will das nicht tun. Sie spielt lieber weiter Staatsjournalismus.

Sven von Storch

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