Antisemiten formieren sich unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit

Linke Araberunterstützer möchten Juden boykottieren dürfen

Bei einer Tagung im Berliner Haus der Kulturen ließ sich linker Antisemitismus bei der Arbeit beobachten.

Der Wolf gibt sich an der Tür bekanntlich nicht als Wolf zu erkennen. Man muss also genau hinschaun, wenn sich eine »Initiative GG 5.3 Weltoffenheit« zu Wort meldet. Nicht nur wegen des zunächst kryptischen Namens, der schnell erklärt ist. 5.3 bezieht sich auf Artikel 5 des Grundgesetzes und dort den Satz 3: »Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei. Die Freiheit der Lehre entbindet nicht von der Treue zur Verfassung.«

Sondern auch, weil hinter dieser Initiative Köpfe stecken, die älter aussehen, als sie zugeben wollen; älter im übertragenen Sinne. Denn ihr Anliegen, die Meinungsfreiheit zu verteidigen, gilt einem einzigen Unterfangen: Den Boykott jüdischer Waren etwa in Deutschland im Rahmen der »Boycott, Divestment and Sanctions«-Bewegung zu legitimieren.

»Boycott, Divestment and Sanctions« ist offen antisemitisch; und ganz nebenbei de facto auch noch pro-islamistisch.

Bei einer Tagung im Berliner Haus der Kulturen, die am Sonntag endete, konnte, wer wollte, den Wolf treffen und bei seiner Arbeitsmethode beobachten. Titel der Tagung: »Hijacking Memory: Der Holocaust und die Neue Rechte«. Linke Antisemiten tarnen sich, indem sie auf rechten Antisemitismus verweisen. Mehr politische Ablenkung geht schwerlich.

Die These der Tagung: Das Gedenken an den Holocaust diene allein dazu, Kolonialismus zu kaschieren. In Israel und zuletzt bei Putins Rede von der Entnazifizierung der Ukraine. Speziell Israel hat es den Veranstaltern angetan. Der jüdische Staat nutze den Holocaust, um die Araber in den besetzten Gebieten zu unterdrücken.

Das Ziel der These: Sich unter dem Deckmantel von Artikel 5 einen Freiraum für linke antisemitische Maßnahmen zu schaffen, indem man sich zunächst von den Rechten abgrenzt, um dann umso offener auf den jüdischen Staat losgehen zu dürfen; schließlich ist man ja nicht rechts und stehe für eine gute Sache: Den Antikolonialismus. Ein prächtige Volte!

Auf diesem Weg soll der Boykott jüdischer Waren ermöglicht werden. Und nicht nur der Boykott, dieses uralte Mittel von Antisemiten. Der jüdische Staat und somit die Juden sollen enteignet werden, indem man fordert, Israel solle »das Recht der palästinensischen Flüchtlinge auf eine Rückkehr in ihre Heimat und zu ihrem Eigentum gemäß UN-Resolution 194 schützen und fördern.« Und das, obgleich jeder weiß, dass insbesondere Punkt 11 der Resolution 194, das Rückkehrrecht der Araber, heute praktisch verwirkt ist. Flüchtlinge vererben ihre Rechte bekanntlich nicht. Arabische nicht und israelische, die zu Hunderttausenden aus den islamischen Staaten vertrieben wurden, ebenfalls nicht.

Dieser Antisemitismus wird heute von Linken verbreitet. Es ist wie mit dem Wolf. Er verkleidet sich unter einem verbal zur Schau getragenen Antikolonialismus, meint aber im Grund das Gleiche wie seine Vorväter, als sie zum Boykott jüdischer Geschäfte aufriefen und Juden ihr Eigentum raubten.

Sven von Storch

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