Sachsens Integrationsministerin Petra Köpping war im Wahlkreis Leipzig Land 2 für die SPD angetreten. Offenbar wollte sie hoch hinaus. Denn zugleich bewirbt sie sich zusammen mit Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius um den SPD-Vorsitz.
Zumindest in ihrem Wahlkreis reichte es nicht einmal für den zweiten Platz. Deutlicher Gewinner ist Oliver Fritzsche von der CDU mit 33 Prozent, gefolgt vom Kandidaten der AfD, der 23,3 Prozent erreichte. Lediglich 16,5 Prozent der Wähler wünschten sich die Sozialdemokratin in den sächsischen Landtag.
Für eine Ministerin, die sich zugleich in die Bundespolitik vorschieben will, ist das Ergebnis ein Desaster. Üblicherweise gehen Regierungsmitglieder mit einem Bonus ins Rennen. So konnte der amtierende Ministerpräsident Dietmar Woidke das Direktmandat im Wahlkreis Spree-Neiße I mit 36 Prozent holen. Eine Ausnahme im ansonst blauen Osten Brandenburgs.
Vielleicht wurde die Ministerin für ihre Integrationspolitik abgestraft. Für sie ist Pegida "jeden Tag eine neue Herausforderung, der wir uns breit stellen werden", heißt es auf einer Fraktionsseite der SPD. Eine ähnliche Formulierung von Frau Köpping zum Islam ist nicht bekannt.
Wer so einseitig denkt, erhält, zumindest in Sachsen, entsprechend wenige Stimmen. Kleiner Trost: Als Zweite auf der Landesliste der SPD ist ihr der Wiedereinzug ins Parlament sicher. Schließlich hat die SPD die Fünf-Prozent-Hürde diesmal noch überwunden.


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