Der mittlerweile als Covid-Heulboje geltende Gesundheitsexperte der SPD Karl Lauterbach will über Ungeimpfte einen weiteren Lockdown verhängen. Das wäre an sich nichts Neues, denn etwas anderes als Warnungen ausstoßen fällt dem Mediziner ohne Praxis nicht an. Abenteuerlich ist jedoch seine Begründung.
In einem Gespräch mit der Welt erklärte Lauterbach, es gäbe nur zwei Möglichkeiten: "Entweder wir kapitulieren, immunisieren ohne großen Druck nur noch diejenigen, die das wollen, lassen aber ansonsten die Infektionszahlen weiter steigen und schauen, was wohl passiert. Oder wir handeln jetzt beherzt, senken die Fallzahlen und versuchen, die Impfquote gleichzeitig noch einmal deutlich zu erhöhen. Für Letzteres würde ich plädieren. Eine dritte Möglichkeit lässt uns die Delta-Variante nicht."
Aha! Alternativlos wie Angela Merkel. Wir können nur kapitulieren oder das Virus bekämpfen. Da kapitulieren für den Sozialdemokraten, anders als für den Genossen Maas, keine Option ist, will er die Daumenschrauben anziehen. "Dazu müssten wir", erläuterte der Politiker, "in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens zur sogenannten 2-G-Regelung übergehen". Was nicht anderes heißt als: Ungeimpften wird auch mit einem negativen Test kein Einlass in Restaurants gewährt.
Abenteuerlich ist die Begründung, mit der Lauterbach diesen erneuten Lockdown über die Ungeimpften rechtfertigen will. "Dadurch schützen wir", so Lauterbach zur Welt, "zum einen die Ungeimpften vor einer Infektion, zum anderen schaffen wir so unter den Ungeimpften einen starken Anreiz dazu, sich doch noch impfen zu lassen." Er, Lauterbach, schützt mit einem Strafregiment, das er einführen will, die Ungeimpften.
Die Argumentation besagt nichts weiter als: Ihr Ungeimpften seid unfähig euer Risiko einzuschätzen und deshalb muss ich, Karl Lauterbach, euch schützen - vor euch selbst. Denn stillschweigend gibt Lauterbach zu, dass es nicht um den Schutz der Geimpften geht. Dass die Ungeimpften durchweg die Entscheidung selber treffen können und sollten, welches Risiko sie eingehen, interessiert den Sozialdemokraten nicht.
Angesprochen auf den negativen Test, beweist Lauterbach einmal mehr, dass er nicht weiß, wovon er redet. Ansonsten brächte er nicht folgendes Beispiel:
"Nehmen wir einen Club, in dem 100 junge Leute zusammenkommen. Von denen sind vielleicht 30 ungeimpft, aber getestet. Die Zuverlässigkeit der Tests ist leider nicht so, dass man ausschließen könnte, dass nicht einer oder zwei dieser jungen Leute doch infiziert ist." - Es stimmt zwar, ein solcher Test ist nicht sicher. Allerdings sind Tests überhaupt niemals sicher. Der Experte drischt also leeres Stroh.
Grotesk wird es im nächsten Satz: "In diesem Fall ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass am Ende des Abends viele der 30 Ungeimpften infiziert sind." Das ist nun völliger Unsinn. Wir hoch die Wahrscheinlichkeit für eine Infektion ist, hängt wesentlich von der Testgenauigkeit ab. Aber davon hat Lauterbach, der die fälschlich als negativ Getesteten nicht von den falsch-Negativen unterscheiden kann, noch nichts gehört.
Aber es kommt noch schlimmer: Lauterbachs Vorschläge verstoßen mit diesmal wirklich hoher Wahrscheinlichkeit gegen das Grundgesetz. Doch zum Glück ist Lauterbach auch Rechtsexperte. "Ich denke schon", behauptet er, "dass sich 2G rechtssicher begründen ließe." Und nun greift Lauterbach wieder auf den Schutz der Ungeimpften zurück. Deren individuelles Recht, mitunter auch ein Risiko einzugehen, ignoriert der Sozialdemokrat. Was kümmern den Mann auch die Rechte der Bürger.
Interessant ist nun, dass derselbe Lauterbach, der hohe Risiken frei Haus erfindet, trotz des Impfrisikos für Kinder und Jugendliche nicht einmal mit der Wimper zuckt, wenn es darum geht, diese besonders zu schützende Gruppe, die von Corona nicht betroffen ist, zu impfen und damit einer ernsten Gefahr auszusetzen.
Zuletzte erweist sich Lauterbach einmal mehr als der Dauerredner ohne wirkliche Kenntnis: Angesprochen auf einen neuen Lockdown erklärt Lauterbach, der wäre nur bei einer neuen Variante notwendig. "Aber danach sieht es überhaupt nicht aus." Und das, nachdem Lauterbach seit Monaten vor neuen Varianten des Virus gewarnt hat.
Wie sich jemand, der dermaßen unfähig ist, als Gesundheitsminister ins Spiel bringen kann, wird wohl sein Geheimnis bleiben. Aber vielleicht ist der Posten des Außenministers ja schon an einen seiner Parteikollegen vergeben.


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