Die ›Goldene Quarantäne-Regel‹ besagt: 14 Tage Quarantäne nach einem mindestens 15-minütigem Kontakt auf wenigstens 1,5 Meter Abstand mit einem Infizierten. Sie wird seit dem Frühjahr von den Gesundheitsexperten der Regierung verkauft und verhängt.
Diese Regel soll nun fallen. Der, so Die Welt, »SPD-Experte Karl Lauterbach«, hat eine neuerliche Änderung vorgeschlagen. »Ich denke, dass wir mit einer solchen Regelung die Bereitschaft zur tatsächlichen Umsetzung der Quarantäne erhöhen könnten und an Sicherheit nichts Wesentliches einbüßen würden«, erläutert Lauterbach. Das sagt derselbe Lauterbach, der den, wie sich schnell herausstellte, völlig wirkungslosen Wellenbrecher-Lockdown pries.
Was Lauterbach auch nicht zu wissen scheint: Die Bundesregierung und die Länderchefs haben gerade die Quarantäne-Zeit auf zehn Tage plus negativem Schnelltest reduziert. Jetzt also noch einmal drei Tage weniger. Dass bei diesem ›Erst Hü, dann Hott‹, die Bürger die Geduld bald verlieren, dürfte nicht wundern.
Interessant ist, dass für Lauterbach die Akzeptanz der Regeln bei den Bürgern die Länge der Quarantäne bemisst. Wo doch jeder halbwegs wissenschaftlich gebildete Bürger das Infektionsrisiko zur Grundlage wählte. Gesundheitsminister Spahn machte es Lauterbach vor, als er die von der Regierung gesetzte Frist erklärte: »Zehn Tage Quarantäne mit Schnelltest am Ende ist genauso sicher wie 14 Tage Quarantäne ohne Test«, um zu ergänzen: »aber es bedeutet für die Betroffenen vier Tage weniger Einschränkungen«. Rechnen kann er also auch, der Minister.
Damit bleiben eine Frage: Wieso kommt der SPD-Experte Lauterbach erst jetzt mit dieser Idee?
Nun, die Antwort ist einfach: Erst jetzt berichtet das Wall Street Journal von dieser Erkenntnis. Ein Experte vom US-amerikanischen Pendant des RKI, dem Center for Disease Control and Prevention, CDC, hat den Vorschlag erläutert und zudem begründet. Demnach ist die Gefahr, dass jemand nach sieben Tagen Quarantäne und einem zusätzlichen negativen Schnelltest trotzdem noch infiziert ist, extrem gering.
Lauterbach hat da wohl was nicht verstanden.


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