Merkels Erbe zerfällt noch bevor sie endlich geht

Laschet zum Rückzug bereit!_! – Ein Nachruf!

Der Kanzler-Kandidat der Union Armin Laschet hat seine Bereitschaft zum Rückzug vom Amt des Parteivorsitzenden erklärt.

Freie Welt

Armin Laschet geht den Weg von Rainer Barzel und Martin Schulz. Auch sie traten als kommende Sieger an und scheiterten kläglich. Jetzt hat Armin Laschet laut dpa erklärt: »Wenn es mit anderen Personen besser geht, dann gerne«. Und er fügte hinzu: »Erst steht das Projekt und dann die Person.«

Merke: So reden Leute, die verloren haben, ihre Niederlage aber nicht eingestehen wollen. Sie reagieren wie Ehemänner, denen die Frau die Koffer vor die Tür gestellt hat und die sich sagen: Es geht in den Urlaub. Um das bekannte Wort zu zitieren: Laschet hat fertig.

Nach der herben Wahlniederlage am 26.September befand sich die Union in einer Mischung aus Schockstarre und Panik. Das schlechteste Ergebnis für die CDU/CSU seit Gründung der Bundesrepublik ist kein Pappenstiel. Die SPD mag sich über 25 Prozent freuen. Indes, die Union kann nach dem Wahlabend nicht zur Tagesordnung übergehen.

Also hat sie sich an den nächstliegenden Schuldigen gewendet, sobald klar war: Wahrscheinlich handeln SPD, Grüne und FDP eine Koalition aus. Armin Laschet ist der Sündenbock für das Desaster. Und ohne Frage trifft ihn eine Mitverantwortung. Er hat den Wahlkampf, ähnlich wie Frau Baerbock, völlig vergeigt. Er hat zu keinem Zeitpunkt den Eindruck erweckt, Kanzler für Deutschland werden zu wollen.

Noch diese Bereitschaft zum Rückzug passt zu ihm. Statt einen Schnitt zu machen und sich aufs Altenteil zurückzuziehen – denn in der Politik wird der Mann nie wieder was werden – statt sich komplett zurückzuziehen, zeigt er Bereitschaft ihm Dienste der Sache.

Merke auch: Ein von einem strauchelnden Monarchen lancierter Kandidat wird immer verlieren, denn er ist schwach. In diesem Sinne ist es eigentlich Angela Merkel, die gerade von ihrer Partei demontiert wird. Aber einen stärkeren zuzulassen, das war ihr nicht möglich. Und selbst wenn Laschet Kanzler werden sollte, weil Grüne und FDP merken, dass ein schwacher Unions-Kanzler ihnen mehr Freiraum lässt, als ein protziger Sozialdemokrat, würde es nicht anders verlaufen als anno 1965, als zuerst Ludwig Erhard und dann Kurt Kiesinger eine unglückliche Koalition angeführt haben, die schließlich den Weg ebnete zu über einem Jahrzehnt sozial-liberale Koalition.

Doch Armin Laschet wird zurücktreten. Erst vom Parteivorsitz. Dann von allen anderen Ämtern und Ambitionen. Nur merkt er noch nicht, was die anderen wissen. »Armin Laschet macht heute den Weg frei für den Neuanfang der CDU«, erklärte Friedrich Merz postwendend. »Dafür verdient er Respekt, Dank und große Anerkennung.« Giftiger kann man seinen späten Sieg kaum in Worte fassen. Und schon bald ist Laschet vergessen. 

Sven von Storch

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