Die Grünen rufen zum Boykott

Kritische Kampagne_ Sind die Grünen antisemitisch_

Die Grünen rufen zum Boykott eines Unternehmers auf. Folgt man Luisa Neubauer, sind die Grünen antisemitisch. - Ein Kommentar

Als Luisa Neubauer so richtig im Hetzmodus war, nannte sie Hans-Georg Maaßen, den ehemaligen Chef des Verfassungsschutzes, einen Antisemiten. Denn er nutze, so die dogamtische Klimahüpferin, antisemitische Stereotypen - so der Fachausdruck aus der linken Propagandaecke. Will heißen: Irgendwie haben Antisemiten ähnlich gedacht.

Auch die Grünen nutzen eine antisemitische Stereotype. Sie rufen auf zum Boykott. Früher hier das "Kauft nicht bei Juden!", heute heißt es "Kauft keine israelischen Waren". Oder, wie bei den Grünen, "Vergebt keine Aufträge mehr an den Plakat-Unternehmens Ströer."

Warum wollen die Grünen, dass der Unternehmer keine Aufträge mehr erhält? - Ganz einfach. Er hat es gewagt, die Öko-Partei zu kritisieren. Schlimmer: Er lässt in Deutschland Plakate gegen die Grünen aufhängen. Und das passt der Partei offenbar nicht.

Auch die Sozialdemokraten und die Christdemokraten unterstützen die Grünen. Vielleicht nicht unbedingt beim Boykott. Aber auch sie finden die Plakat-Kampagne daneben. Die SPD solidarisiert sich mit Sprüchen wie: "In den Farben getrennt, in der Sache vereint gegen Rechts." Ein Spruch, der zur Partei, deren Rot so blutrot ist, wie das der Linken, wirklich passt. SPD-Chefin Esken gab zum besten: "#GrünerMist ist #RechterMüll. Demokraten halten zusammen". Verständlich, denn auf den Plakaten wird vorm Sozialismus gewarnt und den würde SPD lieber heute als morgen einführen - um dann solche kritischen Plakate verbieten zu lassen.

Kritik kam jedoch auch aus der CDU. CDU-Generalsekretär Ziemiak schloss sich der Kritik an der Schmähaktion an. "Zu fairem Wahlkampf gehört es", sagte er, "auch das Wort zu ergreifen, wenn es nicht gegen die eigene Partei geht." Ein durchaus löblicher Ansatz. Doch dann fährt er fort: "Der Dreck, der aktuell von AfD- und NPD-nahen Kreisen über die Grünen ausgegossen wird & mit einer Plakatkampagne befeuert wird, ist widerwärtig. Volle Solidarität @MiKellner." Kellner ist der Bundesgeschäftsführer der Grünen. Mit widerwärtig bezeichnet er besagte Plakate, die vorm Sozialismus warnen. Hat der Mann vergessen, dass seine Partei einmal mit dem Slogan "Freiheit statt Sozialismus" einen ganzen Bundestagswahlkampf bestritt?

Frech ist dann aber die Forderung der Grünen gegen den Unternehmer, der die Grünen-kritischen Plakate aufhängen ließ. Auf Twitter schrieb der Umweltminister von Schleswig-Holstein: "Wenn Ströer nicht offenlegt, wer die von ihnen veröffentlichte Hetzkampagne gegen Grüne finanziert hat, sollte dies in jeder Kommune und jedem kommunalen Unternehmen zum Anlass genommen werden, dieser Firma keine weiteren Aufträge mehr zu erteilen". Eine Forderung, die ein bemerkenswertes Staatsverständnis des Grünen verrät: Der Staat wird aufgefordert, einen Unternehmer aus politischen Gründen zu boykottieren.

Und so kommen zu den antisemitischen Stereotypen sozialistische Strategien - die Grünen erweisen sich einmal mehr als antisemitische Sozialisten. Vielleicht sollten die Initatoren der Kampagne ein Plakat entwerfen, das dazu passt: Die Grünen - Antisemitsch, Sozialistisch, Diktatorisch. Denn auf Kritik so zu reagieren ist eine Stereotype aus Diktaturen.

Sven von Storch

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