Verteidigungsministerin spielt den Helden

Kramp-Karrenbauer will Kopf hinhalten

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer hat erklärt, sie wolle die Verantwortung für das, was in Afghanistan geschehe übernehmen.

In einer auf den ersten Blick ungewöhnlichen Erklärung hat Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer, CDU, angekündigt, für alles, was momentan in Afghanistan passiert, die Verantwortung zu tragen und notfalls die Konsequenzen zu ziehen. Wörtlich sagte sie: "Was immer da vor Ort passiert: Ich halte den Kopf hin".

Zur Begründung sagte die CDU-Politikerin, die zum Urgestein des Küchenkabinetts von Angela Merkel gehört: "Ich bin die Inhaberin der Befehls- und Kommandogewalt, und die muss vorne an Bord stehen in dem Moment, in dem eine so gefährliche militärische Mission läuft – in die ich die Leute ja auch geschickt habe." Starke Worte, vor allem weil es mit Afghanistan um ein Land geht, das keinerlei Seestreitkräfte verlangt. Wie oft AKK in Afghanistan wirklich in Gefahr war, ist nicht bekannt. Sicherlich nicht so oft, wie die Soldaten.

Weiter sagte Frau Kramp-Karrenbauer, am Ende dieser Mission "werde ich für mich selbst sehr genau überlegen, welche Verantwortung ich getragen habe, welcher Verantwortung ich gerecht geworden bin, wo vielleicht auch nicht, und welche Schlüsse ich persönlich daraus ziehen muss". Es steht zu befürchten, dass sie dafür länger überlegen muss, als nötig. Denn tatsächlich gibt es für sie so wenig zu überlegen wie für den Außenminister. Allenfalls wäre zu überlegen, welche Verantwortung Frau von der Leyen eigentlich trägt. Aber die hat sich ja hinter die westliche Grenze Deutschland verkrümelt.

Die deutsche Verteidigungsministerin kündigte an, dass, falls es nötig wäre, um die Ortskräfte außer Landes zu schaffen, sich mit den Taliban "an den Tisch" setzen zu müssen: "Dann tue ich das, weil das unsere Verpflichtung ist auch gegenüber diesen Ortskräften."

In einer Hinsicht blieb Frau Kramp-Karrenbauer sich treu: Sie wartete mit einer Entschuldigung auf. "Noch zu Beginn der letzten Woche hat niemand in der internationalen Gemeinschaft damit gerechnet", behauptete die Verteidigungsministerin, "dass Kabul bereits am Ende der Woche kampflos fallen würde". “, schrieb sie in einem Brief an Abgeordnete des Bundestags, der am Wochenende bekannt wurde. „Unsere Lageeinschätzung war falsch, unsere Annahmen über die Fähigkeiten und die Bereitschaft zum afghanischen Widerstand gegen die Taliban zu optimistisch.“

Man könnte auch sagen: Wir haben versagt. Statt den Kopf hinzuhalten, sollte Frau Kramp-Karrenbauer daher einfach gehen. Am besten zusammen mit Heiko Maas. Und zwar gleich.

Sven von Storch

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