Dass die Kommunistische Partei Chinas ihre Armee und Luftwaffe ausbaut, ist gut bekannt. Für eine asiatische Landmacht ist die Verstärkung auch konsequent. Konflikte mit Indien drohen schon jetzt. Das Verhältnis zu Russland kann sich, wie die Geschichte mehrfach gezeigt hat, schnell ändern. Diese Aufrüstung entspricht also unmittelbar den Interessen Pekings, gewappnet zu sein.
Ganz anders sieht es mit der maritimen Aufrüstung aus, die die Volksrepublik China seit Jahren betreibt und die nun mit dem Bau eines dritten Flugzeugträgers eine neue Stufe erreicht. Es ist der zweite Träger, den Rot-China komplett im eigenen Land gebaut hat. Den ersten Träger, die ehemalige sowjetische ›Varyag‹ mit 67,500 t, hatten die chinesischen Schiffskonstrukteure 1998 noch von der Ukraine gekauft und nach einigen Umbauten 2012 als ›Liaoning‹ in Dienst gestellt. Beim zweiten Träger, der ›Shandong‹ mit 70.000 t, handelt es sich um ein Schwesterschiff der ›Liaoning‹.
Mit seinem nächsten Projekt, dem als Type 003 bezeichneten Träger, betreten die chinesischen Schiffsbauer für sich Neuland. Noch wurde außerhalb der USA ein Flugzeugträger ähnlichen Typs hergestellt. Entsprechend neugierig richten sich die Blicke der anderen Mächte, nicht zuletzt aber der USA, auf den Bau des Schiffes.
Wann der Bau genau begann ist nicht bekannt. Satelliten-Bilder vom August 2020 zeigen deutlich Teile des Schiffes und seine Struktur. Fotos vom Mai 2021 lassen deutlich die komplette Flugdeckstruktur des Trägers erkennen. Von seinen Ausmaßen her wird Typ-003, 80.000 t, mit den Kitty-Hawk-Trägern der US-Navy aus den 1960-Jahren verglichen.
Zu den zentralen technischen Fortschritten zählt der Startmechanismus. Anders als seine beiden Vorgänger-Typen, verfügt das Schiff über Katapulte, die es Kampfflugzeugen erlauben, mit voller Bewaffnung zu starten. Ferner verfügt Typ-003 über größere Aufzüge, die es erlauben, zwei Flugzeuge zugleich aus dem Hangar an Deck zu bringen – eine entscheidende Verbesserung hinsichtlich der Flugoperationen.
Doch trotz aller Fortschritte – noch immer sind die Flugzeugträger der Rot-Chinesischen Flotte sowohl was die Anzahl als auch was die Technik angeht, ihren Opponenten der US-Navy unterlegen. Peking plant zwar für die 2030er-Jahre insgesamt sechs Träger in Dienst gestellt zu haben. Aber die US-Navy hat schon jetzt über insgesamt 11, allesamt atomgetriebene Träger auf ihrer Liste aktiver Schiffe. Dazu verfügt sie über die Erfahrung einer Seemacht, die seit den 1920er Jahren mit Flugzeugträgern als Teil der Flotte operiert. Sie ist durch nichts zu ersetzen und schon gar nicht schnell zu erwerben, wie die USA im Zweiten Weltkrieg im Kampf gegen die Kaiserliche Japanische Marine blutig erfuhren.
Trotzdem zeigt sich deutlich ein von Peking angefeuertes Wettrüsten, wie es Europa zur See zweimal in den vergangenen 140 Jahren zweimal erlebt hat: Damals strebte das Deutsche Reich mit einem Flottenbauprogramm seine Stellung in der Welt zu verstärken. Das Ende ist bekannt. Technisch versierte Schiffe und Besatzungen, die sich die Achtung des Gegners gewannen, änderten schließlich nichts daran, dass die teuren Kreuzer und Schlachtschiffe der Kaiserliche Flotte ihren Zweck nicht nur nicht erfüllten; sie provozierten das zunächst durchaus neutrale England und schafften somit einen Gegner, dem das Deutsche Reich nicht Paroli bieten konnte. Zum Schluss versenkte sie sich selber.
Ähnlich ist auch für Rot-China ein Nutzen der weiterhin extrem kostspieligen maritimen Hochrüstung schwer zu erkennen. Den Schutz seiner Küste kann das Land auch ohne Flugzeugträger erreichen. Und für Operationen jenseits der Chinesischen See fehlen dem Land die Stützpunkte, an denen seine Flotte versorgt werden kann. Auch an diesem Punkt haben die beiden klassischen Seemächte Großbritannien und USA einen deutlichen Vorsprung.
Was Rot-China mit seiner Hochrüstung aber sicher erreicht: Seine Nachbarländer sind alarmiert. Vietnam – Kommunismus hin, Kommunismus her – führt seit längerem gemeinsame Manöver mit US-Schiffen durch. Und Japan steht immer wieder kurz davor, mit einer wirklichen Wiederaufrüstung zur See zu beginnen und damit den unnatürlichen


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