Für den Mainstream ist die Sache klar: Die CDU hat die Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen gewonnen und die Grünen haben kräftig Stimmen gewonnen. CDU und Grüne sind also die Sieger des Abends. Weil die CDU mit 34,3 Prozent die meisten Stimmen verbuchte und die Grünen von 8 auf 20 Prozent ansteigen konnten. Und da SPD und Linke deutlich schlechter abschnitten als bei der letzten Kommunalwahl ist klar: Das sind die Verlierer. Die SPD verlor über 7 Prozent und steht jetzt bei 24 Prozent; die Linke sank auf ohnehin schon niedrigem Niveau um 0,8 Prozentpunkte auf 3,8 - beide Parteien büßten also 20 Prozent ihres Stimmenanteils ein.
So weit, so gut oder auch nicht so gut.
Doch die letzte Kommunalwahl, auf der diese Gewinn- und Verlustrechnung basiert, fand anno 2014 statt. Ein Vergleich ist also durchaus problematisch. Sinnvoller ist es, die Landtagswahlergebnisse als Vergleich heranzuziehen. Denn ein Vergleich der Prognosen für die Landtagswahl 2014 zeigt, dass sie in etwa dem Kommunalwahlresultat des gleichen Jahres entsprechen.
Und schon ändert sich das Bild.
Bei einer Prognose von 2019 liegen die Grünen bei deutlich über 20 Prozent. Die CDU liegt etwas unter dem Ergenbnis von gestern. Die SPD könnte sogar einen Aufwärtstrend von 20 auf 24 Prozent entdecken. Und die Linke fällt offenbar immer weiter: Von 6 Prozent auf jetzt 3,8. Und auch die AfD findet keinen Grund zur Freude, denn sie hatte sowohl bei den Landtagswahlen als auch in der Umfrage vom letzten Jahr wenigstens 7 Prozent und fiel gestern auf 5,0 Prozentpunkte ab. Der FDP ergeht es eher noch schlechter: Sie fällt von den 12,6 Prozent bei den Landtagswahlen über die Prognose vom letzten Jahr mit 8 Prozent auf jetzt 5,6 ab.
Die CDU bleibt als vorne. Aber die Grünen sind durchaus keine Sieger. Und für die SPD sind 24 Prozent in Nordrhein-Westfalen einfach nur schlecht - selbst wenn es mehr ist als vorher. Die beiden wirklichen Verlierer aber sind FDP und Linke.


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