Seit neuestem sind Arbeitgeber gesetzlich gezwungen, ihren Mitarbeitern die Möglichkeit des Home-Office anzubieten. Doch was nutzen Verpflichtungen, wenn sie nicht auch überwacht werden können. Der Merkel-Lockdown braucht also nicht nur Masken- und drohende Impfpflicht – es braucht auch ein Spitzel- und Blockwartsystem.
Um ein solches zu installieren, machen sich verschiedene Politiker der Regierungsparteien für weitere Maßnahmen stark. So ließ Bundesarbeitsminister Hubertus Heil, SPD, eine spezielle Sars-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung ausarbeiten, nach der Unternehmen Beschäftigten ihrer Büros die Möglichkeit anbieten müssen, ihre Arbeit auch in ihrer Wohnung machen zu können. In der neuen Verordnung – wir leben im Ausnahmezustand – sind für Verstöße Strafzahlungen von bis zu 30.000 Euro geplant. Im schlimmsten Fall wird das Unternehmen geschlossen.
Um die Verordnung überwachen zu können, sind die Arbeitnehmer aufgefordert, sich an die Arbeitsschutzbehörden oder die Unfallversicherungsträger zu wenden – ein böses Omen, wenn Home-Office jetzt unter Arbeitsschutzmaßnahme firmiert. Darf ein Unternehmer im nächsten Schritt eine Anzeige wegen Körperverletzung erwarten ?
Wer jetzt abwiegelt und auf die beschränkte Laufzeit der Verordnung verweist, hat den Corona-Staat nicht verstanden: In gelten Gesetze nicht mehr, sie werden ständig verlängert.
Zugleich greift der Staat auf bewährte Methoden zurück – auf die Überwachung. Das rot-rot-grün regierte Berlin schickt Mitarbeiter aus dem Landesamt für Arbeitsschutz, Gesundheitsschutz und technische Sicherheit wöchentlich 80 Mal los. »Die Kontrollen werden sich dabei zuerst auf Unternehmen mit Großraumbüros, Callcenter, Versicherungen, Architekturbüros sowie den Verwaltungsbereich von Unternehmenszentralen konzentrieren«, sagte ein Sprecher.
In Bayern und Sachsen-Anhalt verlässt man sich mehr auf die Bereitschaft der Mitarbeiter, ihren Arbeitgeber beim Amt anzuschwärzen. In wieder anderen Ländern ist der Anteil der Büroarbeit so niedrig, dass Kontrollen wenig lohnenswert scheinen. In den meisten Ländern aber scheinen die Angestellten zu merken: Die Zeit im Büro ist nicht nur Arbeitszeit, sondern auch Zeit mit Kollegen.
Und so stehen die Politiker mit ihren Forderungen in vielen Fällen allein da. Was läge da näher, als sie selber und ihre Behörden Home-Office machen zu lassen. Der Anteil von Büroarbeit dürften in den Ämtern sicherlich höher sein als in den produktiven Betrieben. Und wer weiß: Vielleicht ließe sich sogar die Überwachung der Behörden und Politiker als eine Art Home-Office organisieren.


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