Nachdem Familienministerin Giffey, SPD, die von Bund und Ländern geforderten Kontaktbeschränkungen für Kinder und Jugendliche verteidigt hat, hagelt es Kritik. Kinder und Jugendliche sollen, geht es nach den Vorstellungen der Politiker, ihre Kontakte weiter begrenzen. Verschiedene Kinderschutzverbände zeigen sich entsetzt.
Der Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerks, Hofmann, sagte laut Deutschlandfunk, soziale Interaktion wäre für die Entwicklung von Jugendlichen sehr wichtig. Völlig unverhältnismäßig sei es, die Kontakte auf eine einzige Person zu beschränken. Hofmann nannte die Maßnahmen kinderfeindlich.
Der Deutsche Kinderschutzbund zeigte sich besorgt über den Vorstoß. Präsident Hilgers sagte, für ein Kind sei es furchtbar, zwischen seinen Freunden entscheiden zu müssen. Genauso furchtbar sei es, wenn ein Kind als Folge der Entscheidung eines anderen Kindes, abgewiesen werde.
Familienministerin Giffey hatte in einem Gespräch mit dem Tagesspiegel betont, die Maßnahmen wären ja »bisher nicht beschlossen« worden. Im übrigen ginge es »ja nur um die Freizeit und die Kinder hätten trotzdem weiterhin Kontakte in Kita und Schule«. »Und außerdem begegnen sich viele Grundschulkinder und Jugendliche über digitale Möglichkeiten, um miteinander zum Beispiel Hausaufgaben zu machen oder Spiele zu spielen.«
Für die Zukunft will sich die Ministerin nicht festlegen. Kita- und Schulschließungen will sie nicht ausschließen. Derzeit ginge »von den Einrichtungen aber kein so großes Verbreitungsrisiko aus, dass die massiven Risiken und Nebenwirkungen für das Kindeswohl, die mit den Schließungen einhergehen würden, gerechtfertigt wären.«
Auch Giffey gibt also zu, dass es massive Risiken und Nebenwirkungen gibt. Sie betonte aber, es sei ihr wichtig, »Mut zu machen«. Wir sollten daran denken, dass das alles nicht ewig geht und auch wieder unbeschwertere Zeiten kommen.
Wie eng der Kontakt von Franziska Giffey zum Familienministerium dann noch ist, wird sich zeigen.


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