Lockdown keine geeignete Strategie der Pandemiebekämpfung

Kassenärzte-Chef_ Lockdown wird scheitern!

Der Merkel-Lockdown gerät immer stärker in die Kritik. An Alternativen wird offenbar überhaupt nicht gedacht.

Freie Welt

Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, KBV, Andreas Gassen, hat eine klare Meinung zum Merkel-Lockdown: Er wird scheitern. Gestern erklärte er gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, er »gehe nicht davon aus, dass wir bis zum 10. Januar eine relevante Absenkung der Infektionsraten und schon gar nicht der Todesfälle erreichen werden«.

Und nicht nur das. All jenen, die Hoffnung auf eine anschließende Besserung machten, sagte er, dass auch eine Verlängerung nichts ändern wird.

»Ein Lockdown, egal wie hart«, betonte Gassen, »ist keine geeignete langfristige Strategie in der Pandemiebekämpfung.« Ein Lockdown sei lediglich eine Notbremse. Die Zahl der Todesfälle ließe sich nicht nachhaltig senken. »Inzwischen wissen wir: Er hat fast nichts gebracht. Insbesondere die Zahl der hochbetagten Todesopfer ist ungebremst weiter gestiegen.« Das würden auch alle internationalen Erfahrungen bestätigen. »So hat Spanien mit extrem harten Beschränkungen letztlich prozentual mehr Tote zu beklagen als die USA.«

Gassen, der zwar kein Virologe, sondern Orthopäde, Unfallchirurg und Rheumatologe ist, kritisierte indirekt die Regierung dafür, dass sie keine alternativen Wege sucht. So könne mehr für den »Schutz der Risikogruppen in den Alten- und Pflegeheimen getan werden.«

Ferner schlug er vor, Menschenströme zu entzerren. Dazu zählte der Einsatz von mehr Bussen und Bahnen, sowie subventionierten Taxifahrten für Risikogruppen.

Gassen war bereits Anfang November mit einem Thesenpapier in die Öffentlichkeit gegangen, in dem er vor einem weiteren Lockdown gewarnt und andere Strategien gefordert hatte. Zuhörer hat er in der Regierung oder dem RKI offenbar keine gefunden. Dort suchten die Experten um Lauterbach und Wieler wieder nur nach Lösungen wie im Frühjahr.

Auch diesmal geht Gassen die Regierung und ihre Experten mit deutlichen Worten hart an. Die jetzt den harten Merkel-Lockdown verhängt haben, seien »die gleichen Wissenschaftler, die uns Ende Oktober gesagt haben, dass der Teil-Lockdown der Wellenbrecher sein wird.« Dann fügte er hinzu: »Treten deren Vorhersagen nicht ein, dann gibt man der Bevölkerung die Schuld, die sich angeblich nicht richtig verhalten hat.« Zuletzt findet er deutliche Worte: »Es ist eigentlich das Wesen der Wissenschaft, dass man Theorien ständig hinterfragen muss. Das gilt erst recht in der derzeitigen Situation.«

Anders gesagt: Wissenschaftliches Arbeiten findet in der Regierung und bei ihren Experten nicht statt. Stattdessen wird nach Sündenböcken gesucht.

Sven von Storch

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