In einem Interview äußert sich der ehemalige Außenminister Joschka Fischer zu aktuellen Themen. Dabei zeigt er sich einmal mehr als typischer Grüner.
Skeptisch ist er einerseits beim Thema Digitalisierung. Sie führe zu weniger Arbeit und bringe Probleme, die durch den Mindeslohn nicht gelöst werden können. Denn in Fischers Welt definiert sich der Mensch durch seine Arbeit. Eine typische, linke Konstruktion und das Kennzeichen sozialistischer Gemeinschaften. Ihr Lebenssinn erschöpft sich im Arbeitsprozess.
Dass die Digitalisierung zugleich Arbeit schafft, scheint Herr Fischer nicht zu wissen. Sonst wüsste er, dass nicht die Digitalisierung, sondern die hohen Ansprüche an die technische Ausbildung die Schwierigkeit ist. So schwadroniert er darüber, als wäre es ein allgemeines Problem, wo tatsächlich die mangelhaften mathematischen Grundkenntnisse das Hindernis sind. Doch genau zu diesen Denkweisen haben die Grünen im Fahrwasser von '68 immer Abstand gehalten. Mit anderen Worten: Sie sind eine wesentliche Ursache für Deutschlands Versagen in Sachen Digitalisierung. Und es ist amüsant, wenn Fischer erklärt, wäre er jünger, würde er sich hier engagieren - er, der nie in seiner Jugend eine wirkliche Ausbildung schaffte.
Politische interessant sind Fischers Ausführungen zu Klimawandel und Demokratie. Denn wenn die Polkappen schmelzen, wird es seiner Meinung nach ernst. »Das würde eine Radikalität von Maßnahmen erzwingen, von der ich nicht weiß, wie eine Demokratie damit fertig werden sollte, so Fischer.« Das ist deutlich: Mit dem Klimawandel wird man zur Not auf demokratische Entscheidungsprozesse verzichten. Jeder kann raten, wer dann entscheidet, was richtig ist und was falsch.
Zuletzt äußert sich Fischer über den aktuellen Zustand des Landes. Auch den bemisst er aus der rein sozialistischen Warte: »Uns geht es, ehrlich gesagt, gold.« Die Deutschen sind vor 40 Jahren deutlich ärmer gewesen. Heute hat jeder Deutsche eine Dusche. »Das heißt, die Deutschen haben damals anders gerochen.«


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