Ein Gesundheitsminister ist wichtig, steht aber selten im Mittelpunkt. Und so bekleidet Karl Lauterbach zwar ein Ministeramt, aber er droht ständig aus den Talk-Shows zu verschwinden. Dieser Drohung begegnet der 59-Jährige, indem er immer neue Horrorszenarien an die Wand malt oder indem er sich an andere Themen hängt, die gerade die Medien dominieren. Und das ist in diesen Tagen ohne Frage der Ukraine-Krieg.
Also schnappt sich der Lauterbach die Flüchtlinge aus der Ukraine, genauer: Deren Impfstatus. »Wir werden darüber reden«, kündigt er für die nächste Gesundheitsministerkonferenz an, »wie wir die gesundheitliche Versorgung der Menschen, die aus der Ukraine zu uns geflohen sind, darstellen können. Dazu zählen auch die Impfungen.« Hier bestehen »riesige Impflücken«. Nicht nur bei Corona, sondern auch bei Masern.
Lauterbach wäre nicht Lauterbach, wenn er nicht sofort nach Wegen suchen würde, diese Impflücken so schnell wie möglich schließen. Zur Sicherheit verwies der Politiker darauf, dass es in Deutschland eine »Masern-Impfnachweispflicht“ gebe. Ein interessanter Hinweis – fast so interessant wie der Hinweis, dass Hinweise auf Migranten, die sich nicht impfen lassen, im Jahre 2015 als »ein Fehlschluss à la Thilo Sarrazin« diffamiert worden sind. Bei Ukrainern im Jahre 2022 gelten dann wohl andere Regeln.
In jedem Falls steht Karl Lauterbach nach seinem Hinweis wieder in der Zeitung. Und jetzt will er beschleunigt die Flüchtlinge aus der Ukraine impfen lassen, frei nach dem Motto: Heut impf ich Deutschland und morgen die ganze Welt. Damit Lauterbach als der Impfminister in die Historie eingeht.


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