Vergewaltiger reden sich in einigen extremen Fällen mit dem Hinweis heraus, die Frau hätte sich ja wehren können. Dass er ihr sein Messer an den Hals hielt, während er sie schändete, gilt für ihn nicht als Gegenbeweis. Im kranken Hirn des Gewalttäters war sein Opfer immer noch eigentlich willig. Weil es aber seit langem üblich ist, den Grad der Freiheit des eigenen Handelns am faktischen Rahmen zu messen, wird der Täter verurteilt.
Wenn Italien, wie gestern geschehen, eine Impfpflicht für Arbeitnehmer verhängt, dann ist das nichts weiter als eine Impfpflicht für praktisch alle. Daran ändert auch der Corona-Test nichts, denn für den werden, wie in Deutschland bereits geschehen, die Arbeitnehmer sehr bald zur Kasse gebeten.
Nach 18 Monaten Pandemie werden damit die Bürger Italiens, um es in den schamlosen Worten von Olaf Scholz zu sagen, zu Versuchskaninchen, die Bürger eines stolzen Landes werden zur Studienteilnehmer der Pharmaindustrie degradiert. Und das mit Unterstützung von Parteien, die sich ansonsten gegen Tierversuche aussprechen und das kleinste Quäntchen vermeintlichen Gifts im Essen zum Anlass für Hungerstreiks nehmen.
Zur faktischen Umsetzung dient ein »grüner Pass«. Unter diesem Namen läuft auch die faktische Impfpflicht. »Wir dehnen die Verpflichtung zum ›grünen Pass‹ auf die gesamte Arbeitswelt aus«, erklärte Gesundheitsminister Roberto Speranza, »sowohl auf den öffentlichen als auch auf den privaten Sektor«. Von einer Pflicht zur Impfung redet er immer noch nicht. Er nennt es die Pflicht, den »grünen Pass« vorzuweisen. »Wir tun dies im Wesentlichen aus zwei Gründen«, schwadroniert er weiter: »um diese Orte sicherer zu machen und um unsere Impfkampagne zu stärken«.
Dieser »grüne Pass« gibt Bürgern das Recht, ein Restaurant, ein Kino oder ein Sportstadion zu besuchen; in Intercity-Zügen, Bussen und auf Inlandsflügen sind sie ebenfalls Pflicht.
Was als nächstes kommt, macht Frankreich gerade vor: Nachdem dort für das Gesundheitswesen eine Impfpflicht verhängt worden ist, wurden 3.000 Mitarbeiter suspendiert. Erst wenn sie sich hätten impfen lassen, können sie wieder Gehälter beziehen. Und wahrscheinlich wird der entsprechende Minister ebenfalls darauf verweisen, dass die Impfung keineswegs Pflicht sei. Man sei frei, sich jederzeit eine andere Stelle zu suchen.


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