Eingeständnis aus Teheran:

Iran schoss Passagierflugzeug ab

Die Regierung in Teheran hat eingeräumt, das ukrainische Flugzeug mit 176 Menschen an Bord abgeschossen zu haben.

Tagelang haben die politisch Verantwortlichen des Iran bestritten, was Militärexperten längst vermuteten: Die Maschine des Flugs PS752 wurde am frühen Morgen des 8. Januar von einer iranischen Luftabwehrrakete des russischen Typs SA 15 Gauntlet abgeschossen. Von den an Bord befindlichen Passagierern hat niemand den Abschuss überlebt. Die Regierung in Teheran hat den Abschuss als »große Tragödie und einen unverzeihlichen Fehler« bezeichnet.

Die Maschine verschwand gegen 6:18 vom Radarschirm. Amerikanische Aufklärungssatelliten hatten zuvor den Start von Luftabwehrraketen registriert. Die iranische Luftwaffe ist mit mobilen Systemen vom älteren russischen Typ Tor 1 ausgerüstet. Die Rakete beschleunigt in wenigen Sekunden auf fast dreifache Schallgeschwindigkeit und ist mit einem 15-Kilo-Sprengkopf ausgerüstet, vor dem Aufprall einen Splitterregen erzeugt, der das Flugzeug durchlöchert.

Das System gilt als relativ effektiv gegen einfliegende Cruise Missilies. Mit Angriffen durch Marschfllugkörper haben die Iraner offenbar am Morgen nach ihren Raketenangriffen gegen Ziele im Irak gerechnet und die Passagiermaschine irrtümlich für einen solchen Flugkörper gehalten. Dazu kamen laut iranischen Militärs angeblich weitere technische Fehler, die sich aber nicht überprüfen lassen.

Bereits kurz nachdem die iranische Regierung den Abschuss durch ihre Streitkräfte eingeräumt hatte, kam es in Teheran zu spontanen Demonstrationen, bei denen der Rücktritt des obersten Geistlichen Ali Chamenei gefordert wurde. Die Unruhen dauern an. US-Präsident Trump hat bereits seine Unterstützung der Protestierenden erklärt.

Nach dem Verlust ihres wichtigsten Militärs bedeutet das Eingeständnis, die Passagiermaschine mit 176 Menschen an Bord abgeschossen zu haben, die zweite schwere militärische bzw. politische Niederlage für die Iraner in wenigen Tagen. Und auch die Massendemonstrationen für den von den USA getöteten General Suleinmani, die das Regime in den letzten Tagen inszeniert hatte, erweisen sich im Rückblick als reine Propagandaaktionen eines von Wirtschaftskrisen und politische Unruhen gezeichneten Landes.

Sven von Storch

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