Impfreihenfolge nach Gutdünken verändert

Impfungen_ Politiker von CDU, SPD und Linken drängeln sich vor

Immer häufiger verstoßen Politiker von CDU, SPD und Linken gegen die Regeln, die sie den Bürgern beim Impfen verordnen.

In über der Hälfte aller Bundesländer werden Verstöße gegen die Impfreihenfolge gemeldet. Beteiligt sind auch Politiker der Regierungsparteien. Dabei ist Reihenfolge eigentlich klar: Zuerst kommen die Alten und Personen, die in Krankenhäusern, Arztpraxen, Impfzentren und Pflegeeinrichtungen einem besonders hohen Risiko ausgesetzt sind. Politiker zählen nicht zur höchsten Kategorie.

Natürlich haben Spötter sofort darauf verwiesen, dass die Politiker sich nur deshalb nicht in die höchste Kategorie eingestuft haben, weil sie an der Studie über die Wirksamkeit eines neuen Impfstoffs nicht teilnehmen wollten und das lieber den Ältesten überlassen. Das mag stimmen. Allerdings hätte es wohl auch nicht besonders vorteilhaft gewirkt, hätte sich etwa Angela Merkel auf der Liste ganz nach oben gesetzt. Sie betonte daher ja auch: Ich komme dran, wenn ich dran bin.

Einige von Merkels Parteikollegen dachte da offenbar anders. In Nordrhein-Westfalen wurde der Bürgermeister von Wachtberg, Jörg Schmidt, CDU, vorzeitig geimpft. Ebenso der mittlerweile abgewählte Bürgermeister von Hennef Klaus Pipke, ebenfalls CDU.

Abgelöst worden war Pipke nach der verlorenen Wahl von Mario Dahm, einem Sozialdemokraten – der sich ebenfalls bereits impfen ließ, obgleich er nicht viel älter aussieht aus Kevin Kühnert. Für die »erschlichene Impfung« handelte er sich auch gleich eine Anzeige ein.

In Bayern ist es nicht besser. Der Landrat des Kreises Donau-Rieser Stefan Rößle, CSU, ließ sich bereits am 4.Januar impfen – offenbar gleich in einem Abwasch mit seiner Stellvertreterin, die ebenfalls von der CSU des Markus Söder ist.

Die Ausrede – von einer Entschuldigung kann man wohl kaum sprechen – die Ausrede ist immer ähnlich: Es wären Impfungen übrig gewesen. Und da die Haltbarkeit kurz ist, hätte man die Dosis wegwerfen müssen, was keiner will.

Den Gipfel hat die Stadtverwaltung von Halle erklommen. Auch dort waren Dosen übrig geblieben und wurden per Zufallsgenerator verteilt. Und wie es der Zufall so wollte, traf es den parteilosen Oberbürgermeister und gleich zehn seine Stadträte dazu. – Das war dann wohl das große Los.

Sven von Storch

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