Bundesbildungsministerin Anja Karliczek, CDU, hat erklärt, dass es keine Einschränkungen für ungeimpfte Kinder und Jugendliche in Schulen geben wird. "Für mich", sagte die Ministerin der Rheinischen Post, "ist klar, dass es an Schulen keine sogenannte 2G-Regelung geben kann". 2-G-Regelung bedeutet: Zugelassen ist, wer geimpft ist oder genesen; und nicht, wie man vermuten könnte, wer gesund ist. "Auch wer sich nicht impfen lassen kann oder will", betonte die Politikerin, "hat ein Anrecht auf Zugang zum Unterricht."
Die Hygieneschutzmaßnahmen sollen aber bestehen bleiben - "auch für geimpfte Schülerinnen und Schüler". Mit anderen Worten: Die Impfung ändert also herzlich wenig. Nach wie vor werden je nach Inzidenz die Schulen im epidemischen Zustand gehalten. Damit aber stellt sich sofort die Frage: Warum die Schüler impfen, wenn sich ohnehin nichts ändert, es schwere Krankheitsverläufe bei ihnen nicht gibt und sie auch nach der Impfung ansteckend bleiben?
Die Ankündigung von Frau Karliczek hat daher einen üblen Beigeschmack. Was als Beteuerung rüberkommen soll, wirkt eher wie eine versteckte Ankündigung. Denn eines ist nach 16 Monaten Pandemie wohl jedem klar: Die Halbwertzeit der Regierungserklärungen ist sehr kurz, die Zusage eines Gesundheitsministers wenig wert. Meist war es gerade die Zusicherung, die das Gegenteil meinte. Was also ansteht, ist genau das: Eine Impfpflicht für Schüler. Und wer nicht mitmacht, der darf eben nicht mehr zu Schule. Durch massiven Druck werden so die Schüler gezwungen, sich impfen zu lassen.


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