Huawei erfährt gerade die Grenzen der eigenen Macht. Nachdem die USA vor einer Woche einen Boykott gegen das chinesische Unternehmen in Kraft gesetzt haben, kündigte Google die Zusammenarbeit teilweise auf und nun wird es eng.
Schon ziehen sich die Hersteller von Prozessoren aus dem Geschäft mit dem chinesischen Riesen zurück (siehe Bericht »Bloomberg«). Seit Dienstag stehen einige SmartPhones von Huawei nicht mehr auf der Android-Liste unterstützter Geräte (siehe Bericht »Chip«). Zwar kann Huawei seine SmartPhones weiter mit einer Art Grundversion des Betriebssystems Android verkaufen. Doch auf alles, was darüber hinausgeht und unter den Bann fällt, wird der Zugriff verweigert.
Huawei hat angekündigt, das Betriebssystem selbst zu entwickeln; allerdings ist jeder Computer, also auch jedes SmartPhone, nur so gut wie die Software, die auf ihm läuft. Mit Google geht Huawei der Zugang zu wichtiger Software verloren. Und wer kauft schon ein SmartPhone, auf dem sich WhatsApp, Facebook und andere Apps nicht starten lassen, einfach weil sie auf dem SmartPhone nicht mehr installiert werden dürfen? - Niemand.
Letztlich bleibt den Chinesen nur ein einziger Weg: Huawei müsste Google ersetzen. Ob sie dazu in der Lage sind, muss man sehen. Innerhalb Chinas könnte das klappen. In anderen Ländern wird es schwierig. Dort steht und fällt der Erfolg mit der Bekanntheit der Marken.
Eines wird dieser Tage wohl deutlich: Die Tage, in denen China ein leichtes Spiel auf dem Weltmarkt hatte, gehen zu Ende. Und China wird die Herausforderung durch die erstarkten US-Amerikaner annehmen müssen. Andernfalls erweist sich der digitale Drache als das, was Mao einst einen Papiertiger nannte.


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