Deutschland hatte sich bereit erklärt, an die schwarzen Ureinwohner Herero und Nama insgesamt 1,1 Milliarden Euro zu zahlen. Die Summe gilt als Wiedergutmachung für einen angeblichen Völkermord im Jahre 1904, für den das Deutsche Reich verantwortlich gemacht wird. Die Bundesregierung anerkennt mit den Reparationszahlungen die während umfangreicher Kriegshandlungen begangene Tötung von etwa 50.000 bis 70.000 Hereros und Namas als Völkermord.
Vertreter des von der namibischen Regierung anerkannten Rates der Häuptlinge der beiden Völker haben das Angebot nun zurückgewiesen. Das Angebot von 1,1 Milliarden Euro sei »eine schockierende Offenbarung«, »inakzeptabel« und ein »Affront gegen unsere Existenz«, erklärten sie laut Welt am Montag. Der »beleidigende Betrag« werde abgelehnt.
Sicher, die Zahlungen würde über 30 Jahre verteilt. Und viel davon würde in den Mühlen der Hilfsindustrie verschwinden. Aber weniger wird es dadurch auch nicht.
Doch den neuen Herren in Namibia genügt die Summe nicht. Sie wollen mehr.
Dabei haben sie den Sinn der Zahlung offenbar nicht verstanden. Das Geld ist keine Sozialleistung Deutschlands an ein Land im südlichen Afrika, sondern ein Schadenersatz für vergangenes Leid. Leid, das in praktisch allen Fällen nicht die Nachkommen der damaligen Aufständischen erlitten.
Ist es aber wirklich zu wenig? Sind die 1,1 Milliarden Euro tatsächlich ein beleidigender Betrag? – Das kommt darauf an. Es kommt darauf an, wer wie viel heute bekäme. Und das lässt sich leicht errechnen: Nach Wiki leben aktuell in Namibia 100.000 Herero und 120.000 Nama; zusammen also 220.000 Personen. Das ergibt 5.000 Euro pro Nase! Umgerechnet auf den Kaufwert in Namibia handelt es sich um wenigstens 10.000 Euro pro Mann, Frau oder Kind. Eine 5-köpfige Familie erhielte 50.000 Euro.
Zum Vergleich: Griechenland fordert aktuell 14 Milliarden Euro von Deutschland. Bei 10 Millionen Einwohnern ergeben sich 1.400 Euro pro Person – und die Verluste des Landes waren ungleich größer.
Trotzdem erheben die Nachfahren der Herero und Nama Forderungen, die man Lichte betrachtet höflich frech nennen muss. Und genaugenommen gibt es auf diese Frechheit der Häuptlinge nur eine Antwort. Aber die Herren wissen schon, was sie machen. Denn am Ende wird Berlin auch einen höheren Betrag zahlen. Insbesondere, wenn erst die Völkerrechtlerin Annalena Baerbock im Kanzleramt sitzt.


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