Katja Meier hat vor einigen Jahren in der Zwickauer Punkband Bass gespielt. Dabei wurden Texte gesungen, wie sie bei linken Punkbands wahrscheinlich üblich sind: »Advent, Advent, eine Bulle brennt. Erst ein, dann zwei, dann drei«.
Heute macht die Bassistin und gelernte Politologin in Recht. Seit dem 20. Dezember 2019 amtiert sie als Staatsministerin der Justiz und für Demokratie, Europa und Gleichstellung im schwarz-rot-grünen Kabinett von Ministerpräsident Kretschmer, CDU.
Den Fall hat die sächsische AfD aufgedeckt. Und wie so häufig spülte der eine Fall gleich noch mehr an den Tag. In weiteren Liedern wurden auf den bekannten Kinderreim »Zehn kleine Negerlein« die Zeilen »Zehn kleine BW Soldaten« getextet, berichtet die Junge Freiheit, und eine Einheit mit Bundeswehrsoldaten beschrieben, die durch Todesfälle nach und nach dezimiert wird – zum Beispiel am 1. Mai in Kreuzberg. Kaum vorstellbar, welcher Aufschrei durchs Land gehen würde, hätte ein Mitarbeiter der AfD auch nur das Original mit den Negerlein vorgetragen.
Aber die Grüne meint ihr Geschäft zu verstehen; schließlich ist sie ja Politologin. Frau Meier weiß: In Sachsen pfeift die Koalition aus Westparteien aus dem letzten Loch. Ihre Mehrheit ist zwar nicht unbedingt knapp. Aber die Grünen werden gebraucht. Und so begnügt sich die, die den Bass zum Gewaltsong plärrte, mit einem Statement, das nicht einmal den Titel Ausflucht verdient: »Ich habe immer gesagt, nicht alle Texte, zu denen ich mit 16 Jahren Bass gespielt habe, teile ich über 20 Jahre später inhaltlich.« Dienstbeflissen ergänzt sie: »Ich verurteile jegliche Form von Gewalt. Gewalt ist durch nichts zu rechtfertigen und ihr muss mit den Mitteln des Rechtsstaats begegnet werden. Dies gilt auch für die Gewalttaten in der Silvesternacht in Connewitz.«
Wie peinlich! – Dass eine 16-Jährige Linke weder Musik– noch Sprachgefühl hat, mag man ihr verzeihen. Aber eine Ministerin für Justiz, die brutale Gewalt von linken Gewalttätern verurteilen muss, weil sie sonst als geistiger Mittäter gilt, hat in ihrem Amt nichts, aber auch gar nichts verloren. Und das sollte eine 40-Jährige eigentlich wissen.
Rücktritt ist die einzige Option, die der linken Grünen noch bleibt. Und zwar schnell. In Erinnerung bleibt sie dann als die sächsische Ministerin mit der kürzesten Amtszeit.


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