CDU/CSU: Jetzt fallen sie übereinander her

Friedrich Merz kritisiert die CDU-Spitze

Der bei den Vorstandswahlen knapp unterlege Friedrich Merz äußert scharfe Kritik an der CDU-Führung.

In einer Videokonferenz der Mittelstandsunion, dem Flügel der Wirtschaft innerhalb von CDU und CSU, hat Friedrich Merz scharfe Kritik an der CDU-Führung geübt; das berichten Spiegel und Welt. Ein halbes Jahr vor der Bundestagswahl sei die Partei weder inhaltlich noch personell klar aufgestellt, erklärte er vor etwa 50 Teilnehmern. »Wie soll das gehen? Wie soll das funktionieren?«

Merz verwies dabei auf die Landtagswahlen vom vergangenen Sonntag in Baden-Württemberg und Rheinpfalz, bei denen die CDU starke Verluste hinnehmen musste, zielt aber eigentlich auf Berlin. »Schon die Ergebnisse am Sonntag waren nicht schön. Aber dass am Montag von der Parteispitze so gar keine Reaktion gekommen ist und alle so tun, als sei praktisch nichts passiert, das finde ich irritierend«, sagte Merz laut Teilnehmern.

Mit diesen Worten sucht Friedrich Merz offenbar Distanz zum herrschenden Personal um Angela Merkel. Und er ist offenbar nicht der Einzige. »Wir müssen zusehen, dass die Union jetzt eine Programmatik bekommt«, fordert MIT-Chef Carsten Linnemann: »sonst war’s das«. Andere Redner warfen der Bundespartei und ihrem Vorsitzenden Armin Laschet Planlosigkeit und der Bundesregierung schwere Versäumnisse in der Pandemiebekämpfung vor. Es kam zu Forderungen nach einer raschen Kabinettsumbildung; Personen wurde wohl nicht genannt. Einzelne Teilnehmern mahnten einen Rückzug der Kanzlerin noch vor den Wahlen an.

Sven von Storch

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