Der CDU-Politiker Friedrich Merz hat den SPD-Außenminister Heiko Maas nach den Vorgängen in Kabul zum Rücktritt aufgefordert. "Wenn es stimmt", twitterte Merz, der ursprünglich als Kanzlerkandidat der Union gehandelt worden war, "dass die Nachrichtendienste und die Leitung der Botschaft schon Tage vor der Einnahme von Kabul zur Evakuierung geraten haben, der Bundesaußenminister diesen Rat aber ignoriert hat, dann sollte, ja muss er zurücktreten". Merz fügte hinzu: "Seine Auftritte und Rechtfertigungsversuche sind einfach nur noch peinlich."
Mit diesem Hinweis hat Merz zwar recht, allerdings beweist er auch, dass er die Regierung Merkel nicht verstanden hat. Denn Peinlichkeit ist dort keine Kategorie, eine Schamgrenze kennt man dort nicht. Heiko Maas hätte schon sehr lange als Außenminister zurücktreten müssen; ja, eigentlich ist die Frage, warum er überhaupt Außenminister geworden ist, niemals beantwortet worden.
Auch von den Grünen kam Kritik am SPD-Außenminister. Die Kanzlerkandidatin ohne Fortune, Annalena Baerbock, kritisierte laut Berliner Zeitung Maas, weil er "in den letzten Jahren keine außenpolitischen Ziele formuliert“ habe. Das sei, so die Kinderdarstellerin in der Rolle der Kandidatin, ein "riesengroßes Versagen". Was die außenpolitischen Ziele mit den Vorgängen bei der Evakuierung von Kabul zu tun hat, konnte sie nicht erklären. Es sei denn, sie meint, das Ziel Rückzug hätte ebenfalls definiert werden müssen.
Baerbocks Ziele sind dagegen eindeutig und eindeutig grün: Sie will so viele Afghanen wie möglich nach Deutschland holen. Zuerst dachte sie dabei an ihr Klientel: Menschen, die sich in Afghanistan besonders für Demokratie und Menschenrechte eingesetzt hätten, Frauenrechtlerinnen sowie Journalistinnen und Journalisten. "Wir brauchen ein Bundessonderkontingent für diese Gruppe." Ob diese Forderungen ihre Chancen am 26.September verbessern, wird man sehen.


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