Am vergangenen Mittwoch hat Professor Bernd Lucke einen dritten Versuch gestartet, seine Vorlesung zur Makroökonomie zu halten. Schon zweimal ist er damit gescheitert. Diesmal war der Polizeischutz noch etwas umfangreicher. Schließlich konnte die Veranstaltung ungestört durchgeführt werden.
Doch der Verlauf der letzten Wochen dokumentiert, dass Deutschland sich in einigen Bereichen vom Grundgesetz sehr weit entfernt hat. Und das nicht nur aus Feigheit der Beteiligten. Es ist weitaus schlimmer.
Denn im Vorfeld dieses dritten Versuchs hatte die Universität Hamburg sich an Lucke gewendet und ihm angeboten, seine Vorlesung online zu halten. Das war nicht als Beweis gedacht, dass die Digitalisierung nun auch diese Universität endlich erreicht hat - nein, es war als "Deeskaliserung" gedacht. Eine offensichtlich faule Ausrede. Statt sich dem linksradikalen Mob zu stellen, wollte sich die Hochschule ins Internet flüchten und sich so aus ihrer Verantwortung stehlen.
Als Lucke auf dieses Winkelzug der Verwaltung nicht einging, wurde eine zweite Vorlesung angeboten. Jetzt wird, so die Hochschule, den Studenten "ein Lernen unter unbehelligten Umständen ermöglicht". Tatsächlich haben die Studenten nunmehr die Möglichkeit, statt Professor Lucke einen den linksradikalen Studenten genehmen Kollegen zu hören.
Schließlich ließ man die Vorlesung nicht mehr im Hauptgebäude stattfinden, sondern in einem abgelegenen Raum - etwas "abseits vom Hauptgebäude" schreibt die Welt.
Zur grundgesetzlich verbrieften Freiheit der Lehre hat diese Verwaltung ein offenbar gestörtes Verhältnis. Andernfalls hätte sie die Lehrveranstaltung gezielt ins Hauptgebäude gelegt und als einzige durchführen lassen. So macht sie das Spiel der rotlackierten Faschisten de facto mit. Ob aus Sympathie, das müssen die Verantwortlichen für sich entscheiden.
Dafür sorgte sich die Hochschule um die Psyche ihrer Studenten. Einige hatten wohl Briefe an die Hochschulleitung geschrieben und ihre Ängste vor den Störern geäußert. Ihnen wurde eine psychologische Beratung in der Psychotherapeutische Hochschulambulanz der Universität Ad-hoc-Therapien zur Bewältigung von Posttraumatischen Belastungsstörungen anempfohlen.
Woher der Wind weht in der Hochschulverwaltung und im Senat von Hamburg, wurde deutlich, als die Hamburger Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank von den Grünen Professor Lucke erklärte: "Sie haben die Partei gegründet, die heute einen rechtsextremen Weg geht. Diese Verantwortung kann Ihnen niemand abnehmen, auch ich nicht." Für eine Senatorin, der es nicht gelingt, dem linksextremen Mob Einhalt zu gebieten, ist das ein unverschämtes Statement. Und es wird verlogen, wenn man die linksextremen und damit blutrünstigen Wurzeln der Grünen bedenkt.


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