Karl Lauterbach, SPD, durchlebt schwere Tage. Zuerst muss er einen Ministerbeschluss zur Quarantäne nach 24 Stunden vor laufender Kamera »kassieren«. Dann scheitert er im Bundestag knallend mit seinem tiefen Verlangen, über Deutschland endlich eine Impfpflicht zu verhängen und an jedem einen Impfstoff ausprobieren zu können. Dass der Minister den Impfstoff bereits in großen Mengen bestellt hat, macht die Sache rund.
Und so entschied der Minister, seine Fehler einzugestehen. Aber nicht alle. Denn bereits im Januar hat Karl Lauterbach einen anderen Fehler gemacht: Er hat den Genesenenstatus von 180 Tagen auf 90 Tage halbiert. Ohne überzeugenden Grund. Und verkündet auf der Website des Robert-Koch-Instituts. So als wolle er sagen: Die sinds gewesen!
Am Mittwoch um 8 Uhr tagte der Gesundheitsausschuss des Bundestags und befasste sich mit diesem weiteren Fehler des »Angstministers«. Die Sitzung war öffentlich und ist einsehbar. Man darf annehmen, auch für den Minister. Thema: Der Genesenenstatus.
Hintergrund für die Anhörung der Experten ist ein Antrag der Union, den Status der Genesenen wieder auf 180 Tage zu verlängern.
Die Meinung der Experten ist eindeutig: Es fehlt jede wissenschaftliche Grundlage für eine Sonderbehandlung der Genesene im Vergleich zu den Geimpften. Es fehlt weiter jede wissenschaftliche Grundlage dafür, den Genesenenstatus zu verkürzen, ja mehr noch, ihn überhaupt zeitlich zu begrenzen.
Originalton Virologe Streek: »Alle bisher vorliegenden Studien zeigen, dass eine durchgemachte Infektion einen ebenso langen, wenn nicht sogar zum Teil längeren Schutz vor einer Reinfektion zeigt als eine Impfung«. »Auch bietet eine Infektion einen sehr guten und mindestens ebenso guten Schutz vor einem schweren Verlauf.«
In seiner Antwort auf die Frage eines AfD-Parlamentariers, wird der Pneumologe Thomas Voshaar deutlich: »Eine Schlechterstellung lässt sich überhaupt nicht begründen«. – »Ganz im Gegenteil.« Es sei klar, dass die Infektion über Nase und Rachen »an den Schleimhäuten eine ganz besondere Immunität hinterlässt, die wohl sogar ausgeprägter ist als die, die man nach der Impfung haben kann«.
Und als sei das nicht genug, fällt der Fachmann sein fachliches Urteil über das Vorgehen des »Angstministers« Lauterbach: »In der Medizin und als Kliniker kennen wir eine zeitliche Befristung für so etwas, was wir als genesen bezeichnen, überhaupt nicht.«
Damit zeigt sich hier ein weiterer Fehler von Karl Lauterbach, den er schleunigst zu korrigieren hat. Er kann seinen Fehler auch bei einer Talk-Show der Öffentlichkeit präsentieren. Kein Genesener wird dem widersprechen. Allerdings sollte der »Angstminister«, der jetzt zum »Fehlerminister« mutiert ist, dann auch einen Fehler von Kanzler Scholz korrigieren: Ihn, Karl Lauterbach, zum Gesundheitsminister ernannt zu haben.


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