Eigentlich ist das Thema durch: Winfried Kretschmann, Die Grünen, hat die Wahlen in Baden-Württemberg gewonnen und will wie schon in den vergangenen vier Jahren mit den Christdemokraten weiterregieren. Die wurden zwar vom Wähler dezimiert, aber Regieren bleibt Regieren und Opposition ist Mist, wie wir alle wissen.
Das denken sich offenbar auch die Freidemokraten. Sie könnten rein rechnerisch mit Grünen und Sozialdemokraten koalieren und unter Winfried Kretschmann mitregieren. Daher forderte der FDP-Landesvorsitzende Michael Theurer nun deutlich: »Ministerpräsident Kretschmann sollte die Tür für eine Ampel wieder öffnen und das Land vor einer Landesregierung im Dauerkrisen-Modus bewahren«.
Hintergrund für diese Aufforderung: An der grünen Basis rumort es. Viele Mitglieder des Landesvorstands der Grünen haben sich am Gründonnerstag gegen die Empfehlung ihres Ministerpräsidenten Kretschmann gestellt und wollen nicht noch einmal mit der CDU koalieren. Das Zauberwort heißt Ampel: Rot, Gelb und Grün.
Doch nach einer langen Debatte gab der Grünen-Vorstand dann aber grünes Licht. Aus der Traum für die FDP, wieder einmal irgendwo mitregieren zu können und sei's auch mit Grünen und Roten. Kretschmann möge die Kritik der grünen Basis ernst nehmen. Und überhaupt wären sich Liberale und Ökopartei bei Sondierungsgesprächen »menschlich im Austausch näher gekommen.« Auch der Grünen-Fraktionschef Andreas Schwarz kriegte sich nicht mehr ein und nannte die Gespräche »sehr konstruktiv, bereichernd, befruchtend«. – Offenbar gelten in Baden-Württemberg die Abstandsregeln nicht mehr.
Zugleich teilten die Liberalen in Richtung Christdemokraten kräftig aus. Theurer sprach von »einer im Masken- und Aserbaidschan-Skandal knietief versunkenen Union«, mit der er, Kretschmann, keine Koalition eingehen dürfe. Der zeigte sich ebenfalls beeindruckt. Zwar erklärte der FDP-Chef zugleich: »Wir können in eine Regierung eintreten, aber wir müssen nicht«. Aber was die FDP wirklich will, steht fest: In die Regierung, egal wie und mit wem.


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