Die aktuellen Wahlumfragen bestätigen die Tendenzen der letzten Landtagswahlen in Sachsen und Brandenburg. Die Grünen erreichen immer weniger. Andere stabilisieren sich. Für zwei Parteien aber wird es langsam ernst.
Für die Grünen bedeuten die letzten Umfragen die Rückkehr in die Realität. Nach Traumwerten von 25 und 27 Prozent kommen sie bei Emnid nur noch auf 21 Prozent. Scheinbar reagiert der Bürger auf das Erscheinungsbild des Duos Habeck und Baerbock. Sie glänzen mit Verbotsforderungen und erweisen sich bei Detailsfragen zur Wirtschaft zunehmen als Dilletanten.
Dagegen sind die Christdemokraten auf niedrigem Niveau in ruhigere Fahrwasser gelangt. Die Partei kann zwar nicht mehr überzeugen. Aber mangels Alternativen geht es auch nicht weiter abwärts.
Die Sozialdemokraten scheinen sich ganz langsam erholen zu können. Falls das Steigern auf 14 Prozent Erholung genannt werden darf. Dass die SPD einen leichten Anstieg verbucht, hat jedoch seinen Preis. Und zahlt eine andere rote Partei: Die Linke.
Wie schon bei den Landtagswahlen geht es mit der Ex-SED, Ex-PDS weiter abwärts. Sie liegt zwischen 6 und 8 Prozent - verglichen mit den 9,2 Prozent der Bundestagswahl ein gefährlicher Einbruch. Denn die schwachen Werte dokumentieren eine Tendenz. Die Kommunisten werden zunehmend als überflüssig empfunden, nachdem die SPD sich weiter und weiter nach links orientiert und die Rolle der Volkspartei der Ostdeutschen von der Alternative für Deutschland erfolgreich gespielt wird.
Ein weiterer Verlierer sind die Freidemokraten. Und auch bei ihnen ergibt sich eine stabile Tendenz Richtung 5 Prozent. Wer sich auf ein einzelnes Thema kapriziert, wird nicht mehr gewählt, wenn die anderen das Thema für sich entdecken.
Und genau hier liegt die eigentliche Drohung dieser Entwicklung. Rutschen FDP und Linke gemeinsam unter die Deadline, dann ergeben sich neue und alte Konstellationen. Auf einen Schlag werden knapp 10 Prozent der Wähler nicht mehr im Bundestag repräsentiert. Zugleich ändern sich die Proportionen im Bundestag. CDU und Grüne hätten eine deutliche Mehrheit. Es reichte sogar für eine Neuauflage der Groko. Aber auf keinen Fall reicht es dann noch für Rot-Rot-Grün.


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