Mit dem Näherrücken des Termins erster Impfungen gegen Corona gewinnt auch die Diskussion an Fahrt, wer zuerst geimpft werden soll. Meist werden Mitglieder von Risikogruppen und Ärzte sowie Pflegepersonal genannt.
Der Bundestagsabgeordnete Thomas Heilmann, CDU, hat nun einen ganz anderen Vorschlag gemacht: Er rät, mit den Mitgliedern der Regierung zu beginnen. Gegenüber Businessinsider sagte der ehemalige Berliner Senator: »Als Bundestagsabgeordneter sehe ich keinen Grund, dass ich beim Impfen Vorrang haben sollte. Aber die Kanzlerin und die anderen Regierungsmitglieder sollten mit als allererste geimpft werden.«
Als Grund führt Heilmann an, dass Abgeordnete im Zweifel ersetzbar sind. Für Regierungsmitglieder gilt das jedoch nur schwer. Und – so darf man die Gedankengänge des Christdemokraten vermuten – für die Kanzlerin Angela Merkel ganz sicher nicht.
Tatsächlich stehen die Regierungsmitarbeiter in der Prioritätenliste der Ständigen Impfkommission an der vorletzten, der fünften Stelle von sechs. Der Grund: Ihr Infektions-Risiko wird als gering erhöht eingestuft. Dabei haben Fälle wie Donald Trump, Boris Johnson und Emanuel Macron gezeigt, wie hoch das Risiko für sie in Wirklichkeit ist.
Heilmann betonte, dass wir es uns in »dieser schweren Krise« nicht leisten können, das »Krisenmanagement der Regierung durch eine Quarantäne oder sogar eine Erkrankung wichtiger Personen beeinträchtigt« zu sehen. Wenn etwa Kanzlerin Merkel in diesen Tagen Verhandlungen über den Brexit führt, »dann sollte das Risiko einer Ansteckung ausgeschlossen sein. Schließlich geht es um historische Entscheidungen«, ergänzte Heilmann.
Weiter führte der Jurist aus, dass eine frühe Impfung der Kanzlerin auch ein wichtiges Signal für die gesamte Bevölkerung wäre: Die Impfung ist sicher. »Das kann das Vertrauen in den Impfstoff erhöhen. Nur wenn wir genügend Menschen überzeugen, sich impfen zu lassen, können wir die Pandemie schnell beenden.«
Was Thomas Heilmann nicht sagte: Für den Fall, dass die Impfung sich als Fehlschlag erweist und schwere Krankheitsverläufe ausgelöst würden, müssten die geimpften und dann kranken Politiker sogleich ihren Posten an jemanden anderes übergeben. Sie bekämen die Folgen einer Fehlentscheidung, für die sie verantwortlich zeichnen, am eigenen Leibe zu spüren.


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