Seit zwei Wochen schwelt nach dem Thüringen-Schlag von Angela Merkel in Thüringen eine Krise, die nicht hätte sein müssen. Jetzt bringt der Chef der Ex-PDS Bodo Ramelow Bewegung ins Spiel. Er hat seine Amtsvorgängerin Christine Lieberknecht, CDU, als Interims-Ministerpräsidentin vorgeschlagen. Sie soll die Amtsgeschäfte bis zu Neuwahlen leiten.
Damit auch klar ist, wer wirklich die Regierung stellt, hat Ramelow auch gleich noch die Ministerposten verteilt: Der Linke Benjamin Immanuel Hoff solle wieder Chef der Staatskanzlei werden, Heike Taubert von der SPD kehrt ins Finanzministerium zurück und Dieter Lauinger von den Grünen soll das Justizministerium leiten – auch er ein alter Bekannter.
Nach spätestens 70 Tagen wird dann gewählt – oder, wie man jetzt in Deutschland sagt, die Wahl vom letzten Oktober »rückgängig gemacht«. Die SPD ist von dem Vorschlag des Chefs der Bruderpartei begeistert. Thüringens SPD-Chef Wolfgang sprach von einem »sehr, sehr guten Weg«. Die Grünen, in den Umfragen bei 6 Prozent, sind nicht so überzeugt. Im Oktober hatte es die Partei gerade mal über die Fünfprozenthürde geschafft.
Weder SPD noch Grüne wurden über den Vorschlag Bodo Ramelows informiert. Aber Angela Merkel wusste Bescheid. Sie hatte Bodo Ramelow laut Welt zuvor informiert. Interessant daran ist, dass auch die Christdemokraten in Erfurt nichts von Ramelows Schachzug wussten. Offenbar ist der Weg vom Kanzleramt zur Ex-PDS kürzer als zu den eigenen Parteikollegen im Thüringer Landtag. Das sagt viel über den Zustand der Christdemokraten und ihrer Kanzlerin Angela Merkel.


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